Motorrad ausmotten (Archivversion) Fit for Run

Die richtige Vorbereitung macht das Bike fit für den Start in die neue Saison. MOTORRAD zeigt, was man dabei beachten sollte.

Wenn die Sonne außer Herz und Gemüt auch das Thermometer wieder kräftig erwärmt, wird es höchste Zeit, das Motorrad aus dem Winterschlaf zu erwecken. Das geht rasch, wenn das Bike den Winter gut präpariert in einer Garage überdauert hat: kurz den Staub abspülen, die geladene Batterie einbauen (dabei den Entlüftungsschlauch nicht vergessen), den Luftdruck in den Reifen sowie die Bremsbeläge kontrollieren – schon kann man sich in den Sattel schwingen. Wer hingegen im Herbst geschludert hat, sollte seiner Maschine etwas mehr Zeit und Pflege zukommen lassen. Als Erstes steht eine gründliche Reinigung auf dem Programm. Dabei rückt man auch dem Schmutz in schwer zugänglichen Ecken zu Leibe, wo Feuchtigkeit und aggressive Streusalzreste mit Vorliebe nisten. Wer die mühsame Fummelei scheut, muss damit rechnen, dass im Mai nicht nur die Pflanzenwelt in voller Blüte steht, sondern auch der Rost an diesen neuralgischen Stellen. Ein Nebeneffekt der intensiven Putzaktion ist das beinahe zwangsläufige Aufspüren von Lackschäden oder kleineren Defekten, die ebenfalls noch vor der ersten Fahrt behoben werden sollten. Nach der optischen Aufbereitung gilt die Aufmerksamkeit nun den sicherheitstechnischen Einrichtungen. Wichtigster Prüfpunkt: die Bremsanlage. Weder an den Bremsleitungen noch an den Verbindungen zu Bremszylinder oder den Zangen dürfen Undichtigkeiten sichtbar sein. Sämtliche Beläge müssen über eine ausreichende Stärke verfügen. Da Hydraulikflüssigkeit altert, sollte sie jährlich gewechselt werden. Höchste Alarmstufe gilt, wenn im Bremszylinder nur noch eine dunkle, trübe Brühe dümpelt. Beim Reifen-Check werden die Gummis auf sichtbare Beschädigungen, den korrekten Luftdruck sowie eine ausreichende Profiltiefe geprüft, die zum Saisonstart vorne wie hinten deutlich über dem gesetzlichen Minimum von 1,6 Millimetern liegen sollte. Anschließend bekommt die Kette noch ihr Fett weg, und der Durchhang wird nach den Angaben im Handbuch eingestellt. Ein Blick auf den Stand des Motoröls beschließt die Kontrollarbeiten; steht laut Wartungsplan ein Ölwechsel an, wird das Öl mitsamt Filter bei warmem Motor gewechselt. Wurden die Schwimmerkammern der Vergaser beim Einmotten nicht geleert, kann es Startprobleme geben. Im günstigsten Fall haben sich nach der langen Standzeit nur die zündfähigen Bestandteile des Treibstoffs verflüchtigt. Dagegen hilft die Versorgung mit frisch gezapftem Sprit. Deutlich teurer wird es hingegen, wenn Ablagerungen die Düsenstöcke zugesetzt haben. In diesem Fall müssen die Vergaser häufig komplett zerlegt und gereinigt werden.

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