Motorrad des Jahres 1999: 1. Ausschreibung (Archivversion)

Der Boom von Soft-Enduros scheint vorbei, und auch die Touristen setzen nicht mehr so häufig auf ein Stollenkrad wie noch vor wenigen Jahren. Dabei können die hochbeinigen Alleskönner jede Menge Vorteile verbuchen, und deshalb steht zu vermuten, daß die zurückgehende Attraktivität auch mit dem reduzierten Angebot der Hersteller zusammenhängt. Bis auf BMW und Honda herrschte da nämlich zuletzt eher Zurückhaltung. BMW und Honda übrigens haben ordentlich verkauft, und deshalb toppt der Weltmarktführer sein Angebot jetzt mit der lang erwarteten 1000er. Varadero heißt das Reisemobil, mit 95 PS markiert es erstmal den Stand der Dinge und dürfte der R 1100 GS von BMW das Leben deutlich erschweren.Auch Triumph rüstet gegen den süddeutschen Topverkäufer von Groß-Enduros. Besser verkleidet, nunmehr eingespritzt und katalytisch gereinigt, setzt die Tiger zum Sprung nach vorn an. Bei den Einzylindern herrscht dagegen Ruhe an der Verkaufsfront: Suzukis preiswerte Freewind, Hondas Evergreen Dominator und die BMW F 650 teilen sich den größten Teil vom Kuchen, die oft unterschätzten Aprilia Pegaso und Yamaha XTZ 660 müssen nehmen, was übrig bleibt.Keinerlei Absatzsorgen kennt dagegen KTM, weil die Österreicher voll auf der Hard-Enduro-Welle surfen. Dank leichter Zugeständnisse wie E-Starter und moderater Sitzhöhe trauen sich immer mehr Normalos auf die traditionsreichen Klettergeräte, die Adventure läuft mit großem Tank und Verkleidung gar in die Reisefraktion über. Ein Beispiel, das nicht nur bei Husqvarna, sondern auch bei MuZ Schule machen könnte.

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