Motorrad des Jahres 1999: 1. Ausschreibung (Archivversion)

Europaweit steigen die Zulassungszahlen für alles, was in Chrom gebadet hat, ausladenden Lenker und vorzugsweise V-Motor trägt. Was Wunder, denn dieser Run stützt sich mittlerweile gleich auf zwei Säulen: erstens Chopper und zweitens Cruiser. Wobei Außenstehenden die Unterschiede marginal erscheinen mögen. Insidern genügen aber bereits die abweichenden Dimensionen der Vorderreifen und die schwelgenderen Formen aller Blech- und Plastikteile, um die protzigeren Cruiser von den eher puristischen Choppern abzusetzen.Es mag sein, daß die Fat Boy von Harley-Davidson diesen Trend einläutete, mittlerweile stellen die Japaner sowohl im mittleren wie im gehobenen Hubraumsegment gut und liebevoll gemachte Lösungen dagegen. Ob Kawasaki dabei den Stein der Weisen fand, indem die neuen Drifter-Modelle nun Design-Anleihen bei der Indian Big Chief nehmen, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall haben Triumph und vor allem BMW bewiesen, daß ein Design jenseits von Harley dem Erfolg von Cruisern nicht im Weg steht. Von der sehr fahraktiven und obendrein traditionsreichen Guzzi California sowie der enormen Honda F 6 C mit gierigem Sechszylinder-Boxer ganz zu schweigen.Etwas Gegenwind haben in den letzten beiden Jahren die hubraumschwachen Vertreter à la Yamaha XV 535 bekommen. Ihr unaufhaltsamer Sturm durch die Zulassungslisten scheint beendet. Was verwundert, denn zum gemütlichen Rumbummeln reichen selbst die 31 PS einer Suzuki LS 650, die zudem mit klassisch gezeichnetem Single auch noch so richtig einzigartig ist.

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