MOTORRAD in der Superbike-WM (Archivversion) Krieg dem Schmerz

Markus Barth fühlt sich wohl in Oschersleben. Auch am Freitagabend nach dem Zeittraining stand er auf Rang 13 relativ sicher auf Superpole-Kurs - die schnellsten 16 Superbiker fahren ja in einem fernseh- und prestigeträchtigen Einzelzeitfahren die Startplätze in den ersten vier Reihen unter sich aus.Was ihn aber noch sehr viel mehr schmunzeln ließ: Der große Yamaha-Überflieger Noriyuki Haga war nur sieben Hundertstelsekunden schneller als der deutsche Supersport-Meister. »Morgen pack’ ich den Haga«, verabschiedete sich Barth augenzwinkernd vom Abendessen im Zelt seines Alpha-Technik-Teams.Ganz hat es dafür zwar nicht gereicht, aber immerhin tauchte der Name Barth am Samstag bisweilen sogar auf Platz neun der Rangliste auf. Schließlich war der Schwabe als Zwölfter des Trainings locker ins Superpole-Feld gezogen. Zwar nicht vor Haga, aber immerhin vor Wild-Card-Fahrer Wataru Yoshikawa, seines Zeichens Yamaha-Werksfahrer und japanischer Superbike-Meister 1999, der die Superpole-Qualfikation nicht geschafft hatte.In der Startaufstellung nach dem Superpole-Zeitfahren stand Markus Barth dann auf Platz 14 plötzlich als bester Yamaha-Fahrer. Grund: Der 125er Weltmeister von 1992, Alessandro Gramigni, war langsamer, und Hyper-Star Haga fiel ausgerechnet in der seiner heißen Runde von der Werks-R7.Aber leider war nicht nur die stetig ansteigende Formkurve ein ständiger Begleiter von Markus Barth am Oschersleben-Wochenende. Er laborierte auch immer noch an der gebrochenen linken Mittelhand, die er sich bei Testfahrten im französischen Magny Cours und einem weiteren Sturz beim Superbike-WM-Rennen in Assen eine Woche vor Oschersleben angeschlagen hatte.»Ich war das ganze Wochenende über permanent in Behandlung, entweder bei Rennarzt Dr. Christoph Scholl oder bei Martin Grill, dem Physiotherapeuten des österreichischen Gerin-Ducati-Teams«, schilderte Markus seinen Oschersleben-Alltag, »das ist ein wahrer Magier.Nach dem 15. Platz und einem WM-Punkt im ersten Rennen wurde Barth im zweiten Rennen ausgerechnet mit Gerin-Ducati-Pilot Andreas Meklau in einen aufreibendes Duell um Rang zwölf verwickelt. »Und das war zu viel«, rekapitulierte der angeschlagene Yamaha-Fahrer, »gegen Rennende wurde mir richtig übel. Ich musste den Mecki ziehen lassen. Zwei Runden mehr hätte ich nicht ausgehalten.“

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