MOTORRAD in der Superbike-WM (Archivversion) Bei Barthe des Propheten

Die Erwartung war eher unklar vor dem Superbike-WM-Wochenende im Alpha Technik-Yamaha-Superbike-WM-Team und vor allem bei Markus Barth, dem deutschen Supersport-Meister 1999 und MOTORRAD-Testfahrer. »In Hockenheim musst du als Privatteam schon froh sein, wenn du überhaupt in die Punkteränge kommst«, dämpfte Markus etwaige Euphorie vor dem Heimspiel.Auf der anderen Seite aber stand das nur zwei Wochen alte Ergebnis aus Monza, ebenfalls einer gefürchteten Hochgeschwindigkeitspiste wo Markus im zweiten Rennen einen starken zwölften Rang erreicht hatte, direkt vor seinem Teamkollegen Jürgen Oelschläger.Das Hockenheim-Wochenende brachte dann zunächst einmal eine Überraschung für die Alpha Techniker. Ihre von Cheftechniker Thomas Franz präparierten Motoren sahen im Vergleich zu den Top-Teams gar nicht so schlecht aus. Der Teufel steckte dagegen im Federbein. »Bitubo ist nur mit einem Techniker anwesend«, klagte Barth nach dem schwachen ersten Training, »und der muss außer uns auch noch die drei Fahrer von Kawasaki-Bertocchi betreuen. Der arme Kerl ist völlig überlastet.«Mit vereinten Kräften aber konnte dem Fahrwerk von Markus’ Yamaha R7 schließlich doch noch auch auf der berühmt-berüchtigten Hockenheimer Holperbahn akzeptable Manieren anerzogen werden. Der in Sachen Fahrwerkseinstellung ja nicht gerade völlig unerfahrene Teamchef des Alpha Technik-Schwester-Teams aus der Supersport-WM, Udo Mark, stand in einer seiner seltenen freien Minuten beratend zur Seite, und am Sonntag startete Markus Barth aus Reihe fünf als 20, direkt neben Kollegen Oelschläger, dem Trainings-19.In den beiden Rennen konnte Barth den teaminternen Spieß umdrehen und erreichte mit zwei 15. Rängen tatsächlich zwei weitere WM-Punkte. Dabei rang er im ersten Rennen den 125er-Ex-Weltmeister und Yamaha-Markenkollegen Alessandro Gramigni sowie den Ducati-Privatfahrer Marco Borciani nieder.Den zweiten WM-Punkt erkämpfte er sich gegen den jungen Südafrikaner Lance Isaacs, der mit seiner halboffiziellen NCR-Ducati auf den Geraden mit 300 km/h immerhin sechs km/h schneller unterwegs war. Kollege Oelschläger kämpfte in beiden Rennen hauptsächlich mit der Kupplung seiner Yamaha R7. Einmal musste er ganz aufgeben, und in Rennen zwei blieb ihm nur Rang 17, knapp hinter Isaacs.Die Hockenheim-Bilanz von Markus Barth: »Zweimal in den Punkterängen. Damit musst du gegen die Werksteams in Hockenheim zufrieden sein, vor allem, weil es auch sehr wenig Ausfälle gegeben hat.“

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