Motorrad in der Winterpause (Archivversion)

Schade eigentlich

Dumm gelaufen: Das Wetter ist bestens, der Kumpel lädt zur Ausfahrt, doch leider ist kein Stempel auf dem Kennzeichen. Ist das Abmelden im Winter überhaupt noch zeitgemäß?

Wetterpropheten bestätigen: Winter sind nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Sonnenschein und 17 Grad mitten im Januar, das ist heutzutage keine Seltenheit. Hohe Temperaturen einerseits und niedrige Versicherungsprämien andererseits machen die Stillegung in der Winterpause zunehmend fragwürdig. Rein rechnerisch stehen der Einsparung bei Steuer und Versicherung 32 Mark Gebühren für das Ab- und Anmelden sowie zwei verlorene Vormittage und reichlich Nerven gegenüber. Besonders bei Modellen mit geringer Leistung oder bei sattem Schadensfreiheitsrabatt (siehe Tabelle) rentiert sich Abmelden allein aus Kostengründen erst bei einem mehrmonatigem Zeitraum.Dabei ist jedoch zu beachten, daß der Schadensfreiheitsrabatt nur dann steigt, wenn das Motorrad mindestens sechs Monate pro Jahr angemeldet ist. Umgekehrt verfällt der Rabatt erst bei einer Stillegungsdauer von mehr als sieben Jahren. Wer sein Motorrad über die Winterpause hinaus abmelden will, muß bedenken, daß bereits nach einem Jahr der Fahrzeugbrief seine Gültigkeit verliert. Für die Wiederzulassung ist dann eine Vollabnahme - Kostenpunkt etwa 90 Mark - und ein neuer Fahrzeugbrief für acht Mark notwendig. Um dieser nervigen Prozedur zu entgehen, kann man einmalig die Löschungsfrist für ein halbes Jahr verlängern. Kosten: elf Mark.Das Bike ist in der Regel auch während der Abmeldungszeit gegen Diebstahl versichert, vorausgesetzt, es war davor mindestens ein Jahr lang teilkaskoversichert. Außerdem muß es abgeschlossen in einem »umfriedeten« Raum, etwa einer Garage, abgestellt sein. Wer sein Fahrzeug angemeldet läßt und nur die Teil-Kasko kündigt, verliert jedoch auf der Stelle den Diebstahlschutz.Wie man sieht, gibt es kein Patentrezept für die Winterpause. Sicher ist aber, daß sich Abmelden nur bei hohen Fixkosten lohnt. Denn was sind schon ein paar gesparte Märker gegen einige nette Ausfahrten in traumhafter Wintersonne?
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Winterpause: Info zu Abmelden, Einmotten und Saisonkennzeichen (Archivversion) - Lohnt sich ein Saisonkennzeichen?

Die lästigen Stunden in der Zulassungsstelle sind meist ausschlaggebend, wenn es um die Frage geht: Abmelden oder lieber nicht? Wer sich klar gegen das Fahren in der kühleren Jahreszeit entscheidet, sollte ein Saisonkennzeichen in Betracht ziehen. Für einmalig 51 Mark Gebühr plus etwa 25 Mark für das Kennzeichen spart der Schönwetterfahrer fortan regelmäßig Bares und jährlich zwei Wege zur Zulassungsstelle. Der Nachteil: Der Zeitraum, in dem das Zweirad im Verkehr benutzt werden darf, ist damit fix, Beginn und Ende der Saison sind festgelegt. Sollte der Winter also auf sich warten lassen oder der Frühling schon im Februar beginnen, heißt es: dumm gelaufen.Ein weiterer Wermutstropfen ist die Größe des erforderlichen Kuchenbleches: Um die Zusatzinformationen unterzubringen, müssen Saisonkennzeichen breiter sein als reguläre Nummertafeln. Während letztere bis hinunter zu 200 mm erhältlich sind, messen die Saisonkennzeichen minimal 240 Millimeter, meist gar 280 Millimeter Breite und sind zudem nur in Euro-Version zu haben.Außerdem lauert versicherungstechnisch die Tücke im Objekt. Zwar besteht auch bei einem Saisonkennzeichen - entsprechend der Regelung für normales Abmelden - während der Stillegungszeit eine Ruheversicherung gegen Diebstahl, doch einige Gesellschaften berechnen für Saisonkennzeichen stillschweigend teure Spezialtarife. Also: Vorher nach den Konditionen erkundigen.

Winterpause: Info zu Abmelden, Einmotten und Saisonkennzeichen (Archivversion) - Richtig einmotten

Wer seinem Motorrad eine Zwangspause gönnt, sollte es nach der letzten Ausfahrt nicht einfach in die Ecke stellen. Zunächst ist eine gründliche Reinigung ratsam. Dann gilt es, Kette und Bowdenzüge zu schmieren. Empfehlenswert ist auch der Wechsel sämtlicher Öle, denn dies verhindert Korrosion und ermöglicht einen flotten Start zu Saisonbeginn. Falls das gute Stück seine Winterruhe an einem feuchten Ort verbringt und einen unversiegelten Stahlblechtank hat, sollte der randvoll mit Benzin aufgefüllt werden. Dadurch läßt sich Rostbildung wirksam verhindern. Die Schwimmerkammern der Vergaser sollten hingegen entleert werden, denn während längerer Standzeit verflüchtigen sich Inhaltsstoffe, und das Benzin verliert an Zündfreudigkeit. Außerdem können durch Oxydation des Kraftstoffs Ablagerungen im Vergaser entstehen. Sehr empfindlich auf eine längere Ruhepause reagiert die Batterie, besonders, wenn sie an einem kalten Ort überwintern muß. Daher besser den Stromspender ausbauen und an einem warmen Plätzchen lagern. Wer jetzt noch den Säurestand kontrolliert, gegebenenfalls auffüllt und ab und zu nachlädt, kann sich zum Start in die neue Saison auf eine fitte Batterie verlassen. Außerdem schadet es nicht, den Reifendruck um einige Zehntel zu erhöhen und das Motorrad während der Winterpause aufzubocken. Ganz Sorgfältige träufeln jetzt noch ein paar Tropfen Öl in die Kerzenbohrung.

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