Motorrad-Mode (Archivversion)

QUASI MODE

Müssen Frauen auf dem Motorrad wie kleine Männer aussehen? Müssen sie nicht, findet eine Designerin aus Jena.

Susanne Friebel ist seit 1989 Ingenieurin für Konstruktion und neuerdings auch Diplom-Designerin. Die Jenaerin ist außerdem begeisterte Motorradfahrerin, und als solche suchte sie die etwas andere Lederkombi. Eine Kombi, in der frau Frau bleibt, die weibliche Formen eher betont, als sie im Männer-Einheitslook zu verstecken. Frauen sehen schließlich besser aus als Männer, und das darf ruhig gezeigt werden. Eine solche Kombi fand Susanne Friebel nicht, aber sie fand das Thema für ihre Diplomarbeit. »Mobile Amazonen - Motorradbekleidung für Frauen« lautet der Titel. Und da sie schon Anleihen aus der Antike nahm, war auch das Material vorgegeben: Leder, Metall und Fell.Schützend, tragbar, verrückt und, erklärt die Designerin mit einem Augenzwinkern, erotisch sollen ihre Amazonen-Kombis sein. Doch nicht nur das Darüber interessierte Susanne Friebel, auch über das Darunter machte sie sich Gedanken. Das »klassische« Sommer-Outfit zur Lederkombi - T-Shirt oder Bikini und Jeans - findet sie schrecklich langweilig. Sie will mit dem Motorrad auch zu einem Konzert oder zu einer Fete fahren, ohne sich großartig umziehen zu müssen. Aus dieser Idee entstanden die zur Oberbekleidung passenden Ledermieder und Fell-Bustiers, die so ganz nebenbei noch praktische Funktionen haben, indem sie zum Beispiel sonst offen liegende Verbindungsreißverschlüsse geschickt verdecken. Die farbige Gestaltung ist stark von Dessous inspiriert.Daß die aus Rindnappaleder gefertigten Kombis aber zuallererst eine schützende Funktion haben sollen, wurde nicht vergessen: An allen exponierten Stellen sind Protektoren verarbeitet. Bei der praktischen Umsetzung half übrigens der Düsseldorfer Bekleidungs-Multi Hein Gericke. Mit dessen Designern wird sich Susanne Friebel auch über Marktchancen und eine mögliche Realisierung unterhalten. Was die 27jährige mit ihren Amazonen-Kombis erreichen möchte, steht jetzt schon fest: »Ich glaube, am meisten würde es mir gefallen, wenn sie auf der Straße die Männerwelt, die immer noch der Meinung ist, ein großes Motorrad sei nichts für eine Frau, provozieren.« Das kann klappen, und so ganz nebenbei wird sicher noch die ein oder andere Geschlechtsgenossin provoziert, die sich auch weiterhin lieber in sackartige Männer-Kombis hüllt.
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Designer-Kombis zum Kaufen (Archivversion)

Udo Steuer wollte eigentlich Chemie-Lehrer werden: »Der erste Selbstversuch als Dozent vor 20 Schwesternschülerinnen führte zu der Erkenntnis, daß sich zu enge rote Lederhosen nur schwer mit pädagogischer Ernthaftigkeit vereinbaren lassen.« So entwirft und fertigt der BMW- und Honda-Fahrer seit zwölf Jahren als »Corazzu Leder« exklusive Lederbekleidung, nicht nur für Motorradfahrer. Seinen Stil nennt er »funktional/ästhetisch«. Die Form wird immer der Funktion untergeordnet. Maßanfertigungen und Einzelstücke gibt’s ab 1600 Mark, nähere Informationen unter Telefon 02 41/50 59 22.

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