Motorrad-Straßen-Weltmeisterschaft 2005: Fahrer und Teams (Archivversion) Karten neu gem ischt

Kurz vor Weihnachten war Schluss
mit den meisten Spekulationen: Das Selektionskomitee der internationalen Motorradsport-Föderation FIM veröffentlichte die ersten Listen der für die Straßen-WM 2005 akzeptierten Fahrer.
»Never change a winning team«: Weltmeister Valentino Rossi hält sich an diese goldene Rennsport-Regel. Er will im Yamaha-Werksteam auf der YZR-M1 seinen
Titel verteidigen, allerdings mit ein paar Siegen mehr als den neun aus diesem Jahr. Da wird es kein Schaden sein, dass bereits beim letzten Rennen der Saison 2004 in Valencia feststand: Sein persönliches Team bleibt in der erfolgreichen
Besetzung bestehen. Einzige sichtbare Veränderung bislang: Bei den Nachsaison-Tests fuhr Rossi ein neues Helmdesign spazieren; aber ob das den Winter überdauern wird, ist noch nicht gewiss.
Was Rossi macht, wird zumindest zu Beginn der Saison das Interesse der Fans und der Medien auf sich ziehen. Dennoch dürfte es auch spannend werden, die
Beantwortung anderer Fragen mitzuerleben. Wie wird sich Colin Edwards als neuer Teamkollege Rossis schlagen? Dem Amerikaner waren schon 2004 als Honda-Werksfahrer Großtaten zugetraut worden, die jedoch ausblieben. Zwei Podestplätze, Schlussrang fünf – das war’s. Jetzt erbt er das Motorrad, auf dem der Spanier Carlos Checa WM-Siebter und nicht glücklich wurde. Kann Edwards aus der auf Rossi zugeschnittenen M1 mehr herausholen?
Checa heuerte unterdessen beim
Ducati-Werk an und überraschte bei
den Herbst-Tests mit rekordverdächtigen Rundenzeiten, wobei er auch Teamkollege Loris Capirossi unterbot, der weiterhin bei Ducati bleibt. Checas neuer Platz war von Troy Bayliss geräumt worden, der sich mit der Ducati des Jahrgangs 2004 überhaupt nicht anfreunden konnte und sechsmal durch Sturz ausfiel. Der Australier will sich nun als Teamkamerad des Brasilianers Alex Barros im von Camel gesponserten Honda-Kunden-Team versuchen.
Für diese Truppe war bislang Max
Biaggi unterwegs und hatte stets darüber gejammert, von der Honda-Rennabteilung HRC nicht mit dem bestmöglichen Mate-
rial versorgt worden zu sein. 2005 gibt
es keine Entschuldigungen mehr, Biaggi rückte ins A-Kader bei Repsol-Honda auf, wo außer ihm noch der Amerikaner Nicky
Hayden fährt. Biaggis Auftrag: Nichts
Geringeres, als Rossi am erneuten Gewinn der Weltmeisterschaft und dem finalen
Triumph zum 50. Geburtstag der Marke Yamaha zu hindern. Doch Biaggi, mit
33 beleibe nicht mehr einer der Jüngsten, steht sich selbst im Weg: Die ersten Testfahrten musste er bereits sausen lassen, weil er sich – just for fun – beim Supermoto-Training verletzte.
Interessante Neuzugänge gibt es im MotoGP-Feld ebenfalls. Beispielsweise Toni Elias, den Vierten der 250er-Weltmeisterschaft, der im zweiten Yamaha-Werksteam einen Platz gefunden hat. Oder
Roberto Rolfo, der als aussichtsreicher Kandidat für das Ducati-Satellitenteam von Luis d’Antin gehandelt wird. Und die
angekündigte Sechszylinder-Maschine von Blata, mit der James Ellison und Ex-
Viertelliter-Pilot Franco Battaini für Aufsehen sorgen sollen – wenn das Bike
denn kommt. abs

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