MOTORRAD-Trainings (Archivversion) Na so was

Die eintägigen MOTORRAD-Trainings des ACTION TEAM sorgen neben Spaß und Sicherheit auch noch für das eine oder andere Aha-Erlebnis.

»Der Ball ist rund.« Diese und ähnliche Banalitäten rückte Sepp Herberger einst in den Mittelpunkt seiner Fußball-Philosophie. Damit traf der erfolgreiche Trainer (Weltmeister 1954) den Nagel allerdings auf den Kopf. Denn neben Taktik und Talent gibt es eben Tatsachen, die nicht spektakulär, aber entscheidend sind. Auch beim Motorradfahren sind es oft ganz simple physikalische Gesetze und kleine Tricks, die über die Souverenität im Umgang mit den oft recht hochtechnisierten Zweirädern entscheiden. Kleinere und größere Aha-Erlebnisse sowie Fahr-, Bremsübungen und Notmanöver stehen deshalb auch im Mittelpunkt der eintägigen MOTORRAD-Trainings. Persönliche und physikalische Grenzbereiche sollen gefahrlos erfahren und erlebt werden, damit im Straßenverkehr immer Reserven zu Verfügung stehen. »Üben müßt ihr aber in erster Linie selbst«, dämpft Christoph Olszak, einer der Instruktoren auf dem Bochumer Trainingsplatz, übertriebene Erwartungen an den Trainingstag. Er und Kollege Andreas Schlieper in der Ruhrmetropole sowie Eckhard Vollmer in Frankfurt und Burkhard Barsikow in Gießen eröffneten am vorletzten April-Wochenende die Trainingssaison des ACTION TEAM. An 14 Standorten organisiert MOTORRAD auch in diesem Jahr wieder insgesamt 24 eintägige Motorradtrainings. Nachdem im letzten Jahr die Platztrainings neben dem umfangreichen Nürburgring-Angebot ins ACTION TEAM-Programm aufgenommen wurden, hecheln die Organisatoren mit dem Trainingsangebot der Nachfrage allerdings kräftig hinterher. Innerhalb von 14 Tagen waren die meisten Plätze vergriffen. Die steigende Beliebtheit solcher Trainings, die seit einigen Jahren von verschiedenen Veranstaltern angeboten werden, dokumentiert zwar prinzipiell ein steigendes Sicherheitsbewußtsein bei den Motorradfahrern. Das ACTION TEAM möchte aber vor allem auch Jüngere und unerfahrenere Motorradfahrer ansprechen, die oft schwer vom Sinn solcher Übungseinheiten nach der Fahrschule zu überzeugen sind. »Wahrscheinlich nimmt man uns neben der fachlichen Kompetenz am ehesten ab, daß wir keine Oberlehrer sind und in erster Linie mit viel Vergnügen Motorradfahren wollen«, erläutert ACTION TEAM-Chef Hanns-Martin Fraas. Dabei setzen die Stuttgarter-Organisatoren auf bewährte und bekannte Komponenten aus dem Perfektionstraining mit dem Instruktor als wichtigstem Element. Mit 130 Mark pro Teilnehmer lassen sich die Kosten freilich nicht decken. »Ohne die Unterstützung von Partnern wie Motoport, DEKRA und Aral wäre eine solche Veranstaltungsreihe kaum finanzierbar«, erklärt Hanns-Martin Fraas die bunten Logi auf den Instruktoren-Jacken. In Bochum hatte der dort ansässige blaue Mineralölkonzern eine besondere Überraschung parat. Pächter ???? Seifen von der Aral-Tankstelle neben dem Übungsgelände brachte Punkt 9 Uhr Frühstück für alle Teilnehmer. Bis zur Urkundenübergabe kurz vor 17 Uhr wurde dann eifrig gefahren, gebremst und gekurvt. Und immer wieder korrigierten, motivierten, forderten und überraschten die Instruktoren ihre Teilnehmer. »Wie leitet jeder von euch bei Tempo 80 eine Rechtskurve ein?« Auf diese eigentlich banale Frage kam sehr selten die passende Antwort. »Mit dem Einschlagen des Lenkers nach links.« - Na so was!

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