Motorrad-Typen (Archivversion)

Charakterfrage

Die Geschmäcker ändern sich. 1987 griff jeder zweite Käufer einen Sportler oder Sporttourer ab. 1995 tat’s nur noch jeder dritte. Es darf, das bestätigt der Boom der langgabeligen Choppergefährte, die ihren Marktanteil mehr als verdoppelten, ruhig ein bißchen kommoder vorangehen. Cruisen heißt das neudeutsche Wort dafür. Außerdem bevorzugen die Biker klassische Formen. Und bleiben an der Basis - dem Motorrad nackt und pur. Und wenn schon sportlich, dann gleich richtig. Daß Enduros Boden verloren haben, liegt sicher auch daran, daß sie immer mehr zu ganz normalen Straßenmotorrädern im Stollen-Look mutiert sind. Schaf im Wolfspelz - in der Szene kommt das immer weniger an. Aber auch der Wolf im Schafspelz - der Sporttourer - hat es, wie alle nicht ganz echten Charaktere, in der Gunst des Publikums ganz schön schwer.
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Motorrad-Typen: Kaufverhalten 1987 bis 1995 (Archivversion)

Die Eurobike AG, zu der neben Hein Gericke weitere Handelsunternehmen gehören, wird voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 1996 an die Börse gehen.
Die Eurobike AG ist in Europa die führende Gruppe von Facheinzel- und Großhandelsunternehmen für Motorrad-Bekleidung, -Technik und Zubehör. Zu ihr gehören Hein Gericke, Polo-Expressversand, GOTO Helmstudio und Schuh. Hein Gericke ist mit 79 Shops in sechs Ländern Europas sowie Lizenznehmern in fünf weiteren Ländern größter Filialist rund ums Motorrad. Polo liegt mit 32 Shops an zweiter Stelle als Facheinzelhändler, GOTO Helmstudio ist mit 21 Fachgeschäften Spezialist für Motorradhelme. Schuh beliefert 1500 Fachgeschäfte und ist damit der führende Großhändler der Branche in Europa. Dank des anhaltenden Motorradbooms konnte die Eurobike AG ihren Umsatz 1995 um 4,5 Prozent auf 270 Millionen Mark steigern. Was die Eurobike AG, die aus der Hein Gericke GmbH & Co KG hervorgegangen ist, plant, fragte MOTORRAD den Vorstand Herbert Will.Herr Will, Sie sind seit vielen Jahren Geschäftsführer bei Hein Gericke und Vorstand der Eurobike. Jetzt möchten Sie mit der Eurobike AG an die Börse gehen. Was bezwecken Sie damit?Wir befinden uns in einem Wachstumsmarkt. Wenn wir dieses Potential richtig ausschöpfen wollen, brauchen wir Kapital. Da ist der Gang an die Börse der richtige Weg. Dort hat man den Zugang zu einer breiten Schicht von Anlegern. Kann jeder Ihre Aktien kaufen?Jeder. Wir hoffen, daß viele zeichnen werden.Laut einer IVM-Studie gibt derzeit ein Motorradfahrer durchschnittlich 1200 Mark pro Jahr für Bekleidung und Zubehör aus. Können die Motorradfahrer angesichts der wirtschaftlichen Lage in Zukunft noch mehr Geld ausgeben? Ja. Wir reden hier von einem Freizeitmarkt. Freizeitgestaltung, Urlaub, Reisen haben eine sehr hohe Priorität. Und das Motorrad ist ja zu einem Freizeitgerät geworden. Außerdem ist das Sicherheitsbewußtsein gestiegen. Der Motorradfahrer ist bereit, für seine Sicherheit - Helme, Bekleidung etc. - mehr Geld auszugeben.Derzeit betreibt Polo etwa mit dem sogenannten »Superdeal« eine aggressive Marktpolitik - Markenartikel zu Billigstpreisen. Da kann die Konkurrenz kaum mehr mithalten? Der Verbraucher bestimmt den Preis. Wir müssen darauf reagieren. Auch die Mitbewerber tun das. Wir haben ja eine sehr starke Konkurrenz. Louis, Difi, um nur einige zu nennen, und viele, viele Einzelhändler. Eurobike hat keineswegs eine marktbeherrschende Position. Wir haben bei einem Marktvolumen von zwei bis 2,4 Milliarden Mark unter zehn Prozent Marktanteil.Sie wollen weiter wachsen?Ja. Wir sehen ein wachsenden Markt. In Ostdeutschland etwa sind wir noch unterrepräsentiert. Auch in Westdeutschland gibt`s noch weiße Flecken. Wenn man an die Börse will, dann muß man eine Wachstumsphilosophie haben.

tv-tips (Archivversion)

30. März 1996Motorrad-Spezial16.30 und 22.30 Uhr, n-tv1. April 1996Grand Prix von Malaysia, Wiederholung12.00 Uhr, Eurosport4. April 1996Motorrad-Magazin12.30 Uhr, Eurosport17. April 1996Biker, das Fernseh-Motorradmagazin20.15 Uhr, mdr

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