Motorradbekleidung reinigen und pflegen (Archivversion) Pflege-Versic herung

Nur die richtige Pflege stellt sicher, dass die Schutzbekleidung den
harten Bedingungen des Motorradalltags auf
Dauer gewachsen ist.
Clevere Biker erledigen den Frühjahrsputz
deshalb schon im Herbst,
damit sie unbeschwert
in die neue Saison starten können. MOTORRAD
zeigt, wie’s geht.

Wer kennt ihn nicht, den inneren Schweinehund? Im Spätherbst, wenn alles in grauer Lethargie zu erstarren scheint, befällt er wieder verstärkt die Motorradfahrer. Viele können sich gerade noch zum Einmotten ihrer Maschine aufraffen. Die Schutzbekleidung indes fristet nach der letzten Ausfahrt oft ein trauriges Dasein: übersät von toten Insekten, überzogen mit einer dicken Schicht Straßenstaub und Schweißrändern im müffelnden Innenfutter. Okay, ganz so krass ist es in den meisten Fällen natürlich nicht. Aber dennoch höchste Zeit, dem Schweinehund den Kampf anzusagen.
Vor allem Motorradbekleidung aus
Leder benötigt mindestens einmal im Jahr eine intensive Pflegebehandlung, damit sie weder versprödet noch die Farben verblassen oder die natürliche Atmungsfähigkeit beeinträchtigt wird. Sinnvollerweise beginnt man die Behandlung mit einer gründlichen Reinigung der Außenseite. Zwar überstehen hochwertige Lederkombis einen Waschgang in der Maschine
mit Feinwaschmittel im Woll- oder Schonprogramm bei maximal 30 Grad Celsius zumeist problemlos, doch die mühevollere Prozedur von Hand ist die schonendere und auf Dauer empfehlenswertere Variante. Spezielle Lederseifen sind hierzu
nicht notwendig. Renommierte Lederkombi-Hersteller wie Alne oder Schwabenleder empfehlen, den Oberflächenschmutz mit einer Lauge aus Geschirrspülmittel oder Neutralseife zu beseitigen.
Zunächst wird die Lederkluft befeuchtet. Anschließend die Spülmittellauge
mit einem Schwamm oder einer weichen
Bürste auftragen und die Verunreinigungen mit kreisförmigen Bewegungen lösen. Die im Spülmittel enthaltenen Tenside ziehen Schmutz und Fett aus den Poren. Danach mit einem nassen Lappen den Schmutz aufnehmen. Vorsicht: Niemals aggressive Reiniger oder gar Waschbenzin verwenden, weil diese nicht nur die Färbung, sondern auch das Leder angreifen!
Steht die Reinigung des Innenfutters an, geschieht dies am besten in der Badewanne. Falls möglich, die Protektoren
herausnehmen. Eingeklebten Schaumstoff-Protektoren schadet eine Wäsche nicht, sie werden anschließend einfach ausgepresst. Dem lauwarmen Wasser eine pH-neutrale Duschlotion, beispielsweise Sebamed, beigeben und die Kombi mehrere Male durch das Wasser ziehen. Spülmittel sollte in der Wanne nicht verwendet werden, da es zu sehr schäumt und Rückstände im Futter
zu allergischen Reaktionen führen können. Anschließend das Kleidungsstück gründlich mit Wasser spülen, auf einem Bügel abtropfen lassen und mit einem weichen Handtuch so gut es geht trockenreiben. Jetzt ist das gute Stück sauber, allerdings wurden dem Leder durch das Waschen auch die vor Versprödung schützenden Nährstoffe entzogen. Deshalb muss auf
die Reinigung immer die eigentliche Pflege folgen, bei der das noch feuchte Leder
mit einem speziellen Öl oder anderen geeigneten Präparaten eingerieben wird (siehe Interview).
Unkomplizierter gestaltet sich der Waschtag bei Motorradbekleidung aus textilem Material. Leichte Verschmutzungen auf der Oberfläche lassen sich mit reichlich Wasser, Neutralseife und Schwamm oder Bürste beseitigen. Sitzt der Dreck tiefer, kommt die Textilbekleidung – ebenfalls ohne Protektoren – einfach in die Waschmaschine. Den zumeist vorhandenen wind- und wasserdichten Funktionsmembranen macht häufiges Waschen mit Feinwaschmitteln nichts aus. Vorausgesetzt, es wird sehr sparsam dosiert und immer gründlich gespült, weil Waschmittelrückstände die Funktion der Membranen beeinträchtigen. Weichspüler können diese gar zerstören und sind deshalb tabu. Außerdem unbedingt die Hinweise auf den Pflege-Etiketten beachten. Nach dem Trocknen sollte die Imprägnierung mit einem handelsüblichen Spray aufgefrischt werden.

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