Motorradfahren in China (Archivversion)

In manchen Gegenden Chinas braucht man mehr als nur einen Führerschein, ein Motorrad und eine Versicherung. So ist es in Peking schlichtweg verboten, Motorräder privat zu bewegen. Wegen der Gefährdung der Fahrradfahrer und weil die Autoindustrie gefördert werden soll. Ohnehin sind nur maximal 250 cm3 erlaubt. Weniger strikt geht es in Kanton zu, der größten Stadt im Süden Chinas. Hier wird eine bestimmte Quote an Motorrädern geduldet. Bis zu 1500 Euro, dem Jahreslohn eines Arbeiters, kostet die Zulassung - soviel wie ein neues Leichtmotorrad. Chinesen fahren Motorrad, um Geld zu verdienen. Als Lieferant, Taxifahrer, Transporteur. Stets bewegt der chinesischer Motorradfahrer sein kostbares Gefährt mit Bedacht und äußerster Langsamkeit. Gangwechsel werden zwecks Schonung des Getriebes möglichst vermieden, die Reifen müssen so lange halten, bis Gewebe und Karkasse beginnen, sich aufzulösen. Doch es gibt auch eine andere, sehr wohlhabende Szene, die in den Großstädten an der Südküste zuhause ist. Söhne reich gewordener Businessmen. Sie fahren großvolumige japanische Motorräder, die wegen der extremen Zölle ins Land geschmuggelt wurden und sehr teuer sind. Junge Heißsporne, die Kopf und Kragen riskieren. Sie fordern sich auf den Stadtautobahnen heraus, organisieren illegale Wettfahrten Auf deren Ausgang wie bei Galopprennen gewettet werden kann. Legal geht es auf der Rennstrecke von Zhuhai in der Nähe von Macao zu. Es gibt drei verschiedene Hubraumklassen: 125 cm3, 250 cm3 und die offene Klasse. Es starten jeweils etwa zwanzig Fahrer, die größtenteils aus Hongkong stammen.

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