Motorradfahrer des Jahres (Archivversion) MOTORRAD-<br /><br /> FUERER

Christian Daleiden wurde 2003 als erster Luxemburger
»Motorradfahrer des Jahres«. Oder besser: »Motorradfuerer vum Joer«. So nämlich lautet sein Titel auf Lëtzebuergesch.

Versaut. Und das im Finale. Ausgerechnet seine liebste Übung, den Handlingparcours, hatte Christian Daleiden grandios vergeigt, war eine Hand breit über die Linie gefahren, vor der er hätte anhalten sollen. »Ich war einfach zu ehrgeizig in dem Moment.« Gewonnen hat er am Ende trotzdem. Obwohl er dafür – um unbedingt zu gewinnen – gar nicht mitgemacht habe, sagt er. Er kannte den Wettbewerb schon aus dem Vorjahr, da hatte
er am Ende den dritten Platz belegt. Und war so begeistert von der Atmosphäre, speziell beim Finale, dass er das einfach noch mal erleben wollte. »Das Finale zu erreichen, das ist eigentlich schon der Gewinn. Alles andere ist dann nur noch eine tolle Zugabe. Es war so genial dort, die Stimmung, die Leute, die Organisation.«
Wovon man natürlich nichts mitbekommt, wenn man die Sache allzu verbissen angeht und sich mit fixen Vorstellungen unter Druck setzt. Genau das nicht zu tun war im letzten Jahr das Erfolgsrezept des Siegers Christian Daleiden: gleichmäßig Punkte sammeln, nicht überreizen und sich immer vor Augen halten, dass alle aufgeregt sind und Fehler machen. Vor allem: nicht ans Gewinnen denken. Eher daran, dass eigentlich jeder, der beim »Motorradfahrer des Jahres« dabei ist, sowieso schon gewonnen hat. Denn im Grunde sei ja der ganze Wettbewerb nichts anderes als ein Fahrsicherheitstraining. Eines, das es obendrein noch kostenlos gebe.
Er zumindest, resümiert Christian Daleiden, habe bei den zwei Wettbewerben richtig Motorradfahren gelernt. Eine Aussage, die erst dann richtig einzuschätzen ist, wenn man weiß, dass der Luxemburger seit über zehn Jahren im Trialsport aktiv ist. Das hat ihm bei vielen Übungen geholfen. Beim Fahren auf Nordschleife und Grand-Prix-Strecke brachte es dem Honda-XR-Treiber allerdings nichts. »Da hatte ich erst Schiss, weil es an manchen Stellen noch richtig nass war, aber mit jedem Meter, den du hinter dem Instruktor hinterher fährst, wächst die Sicherheit. Die regeln das super, man kann schnell Vertrauen fassen, und dann ist es fantastisch, auf der Nordschleife zu fahren.“

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