Motorradmarkt USA: Report (Archivversion) US-Biker: Vom Outlaw zum Yuppie

Der Biker in den USA ist männlich, 33 Jahre alt, verheiratet und verdient mehr Kohle als der Durchschnittsamerikaner.

Soweit die Theorie. Was die Statistik nicht erfaßt, ist die Hautfarbe des typischen Motorradfahrers. »Die allermeisten sind weiß«, weiß Valerie Manning, 27 Jahre jung, schwarz und schön. Die Studentin gehört zu den rund acht Prozent motorradfahrenden Frauen in der USA. Sie schreibt ihre Doktorarbeit in Luft- und Raumfahrttechnik, trainiert als Hürdenläuferin für Olympia und entspannt sich, wenn sie noch Zeit findet, als Enduristin. »BMW-Fahrer haben hier den Ruf, ein bißchen snobistisch zu sein. Aber das stört mich nicht.« Vom Alter und Geschlecht ist Godfrey di Giorgio schon eher der typische Biker. Der Computerfachmann surft gern im Internet und verschweigt höflich sein Gehalt. Allerdings - und da sprengt er den Rahmen - mag er schnelle Ducati. Damit findet er sich mit 2401 anderen Amerikanern in einem exquisiten Club wieder. Denn Ducati hat nur einen Anteil von 1,2 Prozent bei den Straßenmotorrädern. Dafür aber einen hervorragenden Ruf. Die 38jährige Lynn Yelland bereist am liebsten mit Mann und Sohn die USA per Tourenmotorrad. Und im Bibelgürtel, dem Mittleren Westen, gibt´s schon noch Menschen, die alle Biker für Diebe, Räuber und Schläger halten. Doch die überzeugt Lynn durch ihren Charme vom Gegenteil. Nebenbei sammelt sie Spenden für die Erforschung von Brustkrebs und engagiert sich für die Belange von Bikern. Fast alle Motorradfahrer in Kalifornien - und das sollen mehr als eine halbe Million sein - setzen sich für die Abschaffung des Helmgesetzes ein. Unisono gilt ein Argument: »Wir glauben an die Freiheit der Wahl.“

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