Motorradurteil (Archivversion) Zur Hälfte selbst schuld

Ein Motorradfahrer kracht auf der Autobahn mit 190 km/h in das Heck eines Pkw, der mit rund 110 km/h auf die linke Spur wechselte. Der Motorradfahrer, der Schmerzensgeld verlangte, verlor jetzt auch vor dem Oberlandesgericht Koblenz (12 U 1181/05). Die Richter gewichteten Spurwechsel und hohe Geschwindigkeit gleich, weil keinem der Unfallgegner ein Verschulden nachweisbar sei. Eine Überschreitung der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h sei zwar erlaubt, erhöhe aber das Gefahrenpotenzial, weil der Motorradfahrer nicht mehr in der Lage gewesen sei, unfallvermeidend zu fahren. Deshalb müsse er 50 Prozent des Schadens selbst tragen.

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