MPU: Reportage (Archivversion) «Selbstkritik ist gefragt“

Ingo Weichert, Innovatives Bildungs- und Beratungsinstitut (IBI), zu MPU-Vorbereitungskursen

Machen Vorbereitungskurse überhaupt einen Sinn?Durchfallquoten von bis zu 80 Prozent sprechen für sich. Allerdings tummeln sich auf dem Markt viele Idioten. Die verkaufen für 400 Mark den Namen eines privaten Instituts, das angeblich den Gang zum TÜV erspart. Eine fragwürdige Praxis. Denn das eigentliche Problem ist, daß viele Leute, die zur MPU müssen, ihre Fehler nicht sehen.Welche Fehler werden am häufigsten gemacht?Viele MPU-Kandidaten verstehen sich als Opfer, getreu dem Motto: »Ich hab’ doch meine Strafe gehabt, jetzt will ich den Lappen zurück.« Sie nehmen ihre Probleme nicht wahr. Und die Psychologen erkennen das. Doch auch wenn die Probleme, die zu einem übermäßigen Alkoholkonsum geführt haben, bewältigt sind und ein Wandel stattgefunden hat, fallen viele durch. Einfach, weil sie sich nicht psychologengerecht artikulieren können. Da setzen wir an. Allerdings verstehen wir uns nicht als Testknacker.Wie läuft so ein Kurs ab?In einem kostenlosen Beratungsgespräch machen wir uns ein Bild von den Kandidaten, um herauszufinden, ob man mit ihnen überhaupt arbeiten kann. Wenn ja, beginnt die Arbeit. In Gesprächssitzungen gehen wir den Problemen auf den Grund, erweitern den Horizont, etwa durch Rollenspiele. Wir bringen ihnen bei, zu ihren Problemen zu stehen, auch dazu, daß der Verzicht auf Alkohol nun mal nicht leicht ist. Eines müssen die Leute einsehen: Sie können für ihr Fehlverhalten niemand anders verantwortlich machen als sich selbst. Selbstkritik ist gefragt, vor allem vor dem Gutachter. Gibt es eine Erfolgsgarantie?Nein. Wir nehmen auch nicht jeden Fall. Manche Leute sind leider therapieresistent.

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