Nachruf auf Wilhelm Herz (Archivversion) Herz war Trumpf

Wilhelm Herz feierte Weltrekorde auf der Kompressor-NSU und war lange Zeit Chef am Hockenheimring. Nun ist er kurz vor seinem 86. Geburtstag gestorben.

Eine große Persönlichkeit des deutschen Motorsports ist tot: Wilhelm Herz starb am 5. Januar im Alter von knapp 86 Jahren. Zwei Dinge hatten sein Leben maßgeblich geprägt: das Motorrad und der Hockenheimring. Hier gewann Herz 1932 auf einer 500er DKW sein erstes Rennen. Später sorgte er als Gschäftsführer der Hockenheimring GmbH sowie als Präsident und Rennleiter des Badischen Motorsport-Clubs für den internationalen Aufschwung der Rennstrecke. Herz holte 1957 den ersten Motorrad-Grand Prix in die Spargelstadt und war Anfang der sechziger Jahre an der Planung des Motodroms beteiligt. Auf dem Rennmotorrad gehörte Wilhelm Herz vor und nach dem Krieg zur deutschen Spitze. Schlagzeilen machte er aber vor allem in einer Disziplin, die früher für das Prestige der Werke von großer Bedeutung war: die Jagd nach dem Geschwindigkeits-Weltrekord. So verbesserte Herz 1951 auf einem Teilstück der Autobahn München-Ingolstadt die 14 Jahre alte Bestmarke von 280 auf 290 km/h - mit einer 110 PS starken 500er NSU-Kompressor-Maschine, der eine windschnittige Stromlinien-Verkleidung übergestülpt worden war. Fünf Jahre später schickte NSU seine Rekord-Zigarren auf die topfebenen Salzseen im US-Bundesstaat Utah. Am 4. August 1956 durchraste Wilhelm Herz den Kilometer mit 338 und die Meile mit 339 km/h - wieder war er der schnellste Mann der Welt auf zwei Rädern. 1965 kam Herz auf eigene Initiative nochmals auf die Salzseen zurück und markierte 14 internationale und 24 amerikanische Automobilrekorde. Als Funktionär machte Wilhelm Herz seinen Einfluß nicht nur in Hockenheim geltend, sondern auch in den nationalen Verbänden. Diese Ämter hat er rechtzeitig in die Hände seines Sohnes Dieter gelegt.

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