Nein zur Formel 1 (Archivversion)

Nein zur Formel 1

Starpilot Valentino Rossi bleibt auch in Zukunft zwei Rädern treu.

Der Skandal in Indianapolis, wo wegen der Reifenprobleme von Michelin nur sechs Autos an den Formel-1-Start gingen, verdarb Valentino Rossi jede Lust auf einen Wechsel. »Nach diesem Rennen habe ich mich entschlossen: Ich bleibe den Motorrädern treu«, verkündete der Weltmeister. »Jahrelang galten die Motorräder als eine B-Serie, doch mittlerweile ist den Leuten klar geworden, dass wir ein besseres Spektakel bieten als die Formel 1. Die Formel-1-Fahrer können nichts dafür, dass Überholmanöver nahezu unmöglich geworden sind. Doch ich habe kapiert: Ich würde mich in einer solchen Serie nicht wohl fühlen, ich hätte keinen Spaß. Schon der Kanada-GP hat
mir zu denken gegeben, und der von Indianapolis war noch viel schlimmer. Michelin hat zwar genau das Richtige getan, denn man spielt nicht mit dem Leben der Fahrer. Trotzdem hat mich das Geschehene zum Nachdenken
gebracht – ich werde meine Karriere im MotoGP-Sport beenden«, ließ Rossi wissen und unterstrich seinen Spaß an zwei Rädern dadurch, dass er gleich anschließend die gesamten sechs Kilometer der Piste in Assen auf dem Hinterrad eines Rollers zurücklegte.
Auch ein Wechsel in die Rallye-WM, der ohnehin realistischer schien als das eher von den Medien aufgebauschte Formel-1-Engament, ist für ihn uninteressant. »Von der Königsklasse der Motorräder auf einen Fiat Punto umzusteigen wäre ein zu großer Schritt rückwärts«, überlegte er. Stattdessen will er wie einst Mick Doohan künftig Ein-Jahres-Verträge aushandeln, um seine Zukunft jeweils frei entscheiden zu können. »2006 reizt mich am meisten das Aufeinandertreffen mit Dani Pedrosa. Er ist der Beste der neuen Generation – kühl und konstant.« fk
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Schwarze Serie: Steve Jenkner (Archivversion)

Steve Jenkners schwarze Serie hält an. Während an der Spitze des 250er-Rennens ein spannender Dreikampf mit Sebastian Porto, Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo tobte, stürzte der Sachse erneut und hat
in sieben Rennen erst eine Zielankunft und noch keinen einzigen Punkt vorzuweisen. »Beim Anbremsen hat das Hinterrad blockiert, ich musste ins Kiesbett ausweichen und
bin umgekippt«, schilderte der schmächtige
29-Jährige. »Das Training lief gut, doch die Rennen sind weiterhin wie verhext!« fk

Lüthis Schrecksekunde: Mika Kallio (Archivversion)

KTM-Pilot Mika Kallio vergab den sicheren Triumph durch einen Sturz. Dennoch feierte der österreichische Hersteller den Sieg.
Der Finne Mika Kallio war im 125er-Rennen von Assen der überlegene Mann, baute vier Runden vor Schluss aber einen Sturz und rutschte vom dritten auf den vierten Tabellenplatz. Die Rettung für KTM übernahm Teamkollege Gabor Talmacsi: Der Ungar erbte die Führung und liegt nach seinem zweiten Saisonsieg jetzt gleichauf mit Mattia Pasini an der Tabellenspitze. Glück im Unglück hatte Thomas Lüthi: Im Kampf um einen der Podestplätze
(Foto rechts mit Faubel, 55, Bautista, 19, Pasini, 75, Masbou, 7 und Lüthi, 12) rammte er versehentlich Marco Simoncelli. Während der Italiener zu Boden ging, konnte sich der Schweizer im Sattel halten und wurde nach
einem Umweg durch den Kies noch Zehnter. fk

Alex Hofmann (Archivversion)

Alex Hofmann fuhr zwölf Runden lang munter in den Top Ten der MotoGP-Klasse mit, steuerte dann jedoch an die Box: Die Antriebskette seiner Kawasaki Ninja ZX-RR hatte sich gelängt und sprang
immer häufiger auf dem Antriebsritzel über. Teamkollege Shinya Nakano wurde Achter, ärgerte sich dennoch ebenso wie das Ducati-Duo Checa und Capirossi auf den Rängen neun und zehn über mangelnde Traktion – die Rennreifen von Bridgestone waren auch in Assen nicht konkurrenzfähig. fk

Der Würger von Assen: Max Biaggi (Archivversion)

Max Biaggi legte sich in den Trainings mit einigen Kollegen an, geriet aus der Fassung und ist seitdem um 6000 Dollar ärmer.
Max Biaggi, von vielen seiner Kollegen wegen rücksichtsloser Fahrmanöver gefürchtet, zeigte sich im Abschlusstraining von Assen wieder mal als Mad Max. Erst verpasste er in der neuen Schikane die Ideallinie, ratterte durchs Kiesbett und
spießte bei der Rückkehr auf die Piste den Blata-Piloten Franco Battaini auf, der von
Biaggis Honda etwa 20 Meter über den Asphalt geschleift wurde.
Dann kam er Marco Melandri in die Quere und zwang ihn zu einem Abstecher in den Staub. Wenig später trafen sich die beiden Italiener erneut. Biaggi probierte in der letzten Trainingsminute einen Start, Melandri musste wieder ausweichen. In der Schikane vor Start und Ziel traf das Duo abermals aufeinander: Jetzt presste sich Melandri innen rein, Biaggi versuchte, mit einem Kniestoß zu kontern und wäre beinahe gestürzt. Diese Szene wiederum hatte Biaggis Onkel und Teammitglied Valerio am Monitor verfolgt, stürmte wütend zu Marco Melandri und packte den an der Gurgel. Die Quittung: 6000 Dollar Geldbuße für Biaggi – 1000 für den Startversuch,
5000 für gefährliche Fahrweise. fk

Grand Prix Niederlande: Ergebnisse (Archivversion)

Ein flüssiger Streckenverlauf mit
atemberaubend schnellen Kurvenkombinationen macht Assen im
GP-Kalender zum Kurs mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit.

Grand Prix Niederlande: Ergebnisse (Archivversion)

125 cm3 WM-Stand
Fahrer (Nation) Maschine Zeit (Min.) Fahrer Punkte
1. Gabor Talmacsi (H) KTM 38.09,487 Pasini 100
2. Hector Faubel (E) Aprilia + 0,657 Talmacsi 100
3. Mattia Pasini (I) Aprilia + 0,801 Lüthi 89
4. Alvaro Bautista (E) Honda + 0,847 Kallio 82
5. Alexis Masbou (F) Honda + 1,403 Simoncelli 72
6. Julian Simon (E) KTM + 3,972 Lai 63
7. Tomoyoshi Koyama (J) Honda + 4,259 Poggiali 59
8. Manuel Poggiali (RSM) Gilera + 4,323 Simon 55
9. Sergio Gadea (E) Aprilia + 4,492 Koyama 52
10. Thomas Lüthi (CH) Honda + 13,934 Faubel 50
11. Pablo Nieto (E) Derbi + 18,262 Gadea 30
12. Michael Ranseder (A) KTM + 20,693 Nieto 30
13. Joan Olivé (E) Aprilia + 21,091 Olivé 29
23. Dario Giuseppetti (D) Aprilia + 40,976 Bautista 28
24. Sandro Cortese (D) Honda + 41,021 di Meglio 25

Grand Prix Niederlande: Ergebnisse (Archivversion)

250 cm3 WM-Stand
Fahrer (Nation) Maschine Zeit (Min.) Fahrer Punkte
1. Sebastian Porto (RA) Aprilia 38.02,148 Pedrosa 143
2. Daniel Pedrosa (E) Honda + 0,381 Stoner 106
3. Jorge Lorenzo (E) Honda + 1,232 Dovizioso 102
4. Hiroshi Aoyama (J) Honda + 11,757 Porto 74
5. Alex de Angelis (RSM) Aprilia + 12,017 Aoyama 71
6. Casey Stoner (AUS) Aprilia + 12,026 Lorenzo 70
7. Andrea Dovizioso (I) Honda + 12,354 de Angelis 67
8. Randy de Puniet (F) Aprilia + 13,935 de Puniet 54
9. Hector Barberá (E) Honda + 14,406 Barberá 51
10. Simone Corsi (I) Aprilia + 29,294 Corsi 44
11. Roberto Locatelli (I) Aprilia + 53,684 Debon 32
12. Sylvain Guintoli (F) Aprilia + 55,365 Takahashi 31
13. Alex Debon (E) Honda + 55,366 Guintoli 31
14. Chaz Davies (GB) Aprilia + 55,627 Locatelli 20
19. Dirk Heidolf (D) Honda + 1.12,202 Giansanti 19

Grand Prix Niederlande: Ergebnisse (Archivversion)

MotoGP WM-Stand
Fahrer (Nation) Maschine Zeit (Min.) Fahrer Punkte
1. Valentino Rossi (I) Yamaha 38.41,808 Rossi 170
2. Marco Melandri (I) Honda + 1,583 Melandri 107
3. Colin Edwards (USA) Yamaha + 7,643 Biaggi 87
4. Nicky Hayden (USA) Honda + 10,128 Gibernau 84
5. Sete Gibernau (E) Honda + 14,795 Barros 74
6. Max Biaggi (I) Honda + 21,575 Edwards 73
7. Alex Barros (BR) Honda + 22,725 Hayden 60
8. Shinya Nakano (J) Kawasaki + 26,477 Capirossi 49
9. Carlos Checa (E) Ducati + 30,221 Nakano 48
10. Loris Capirossi (I) Ducati + 30,465 Checa 40
11. Troy Bayliss (AUS) Honda + 43,802 Bayliss 37
12. Ruben Xaus (E) Yamaha + 49,864 Xaus 28
13. John Hopkins (USA) Suzuki + 50,830 Jacque 25
14. Makoto Tamada (J) Honda + 53,370 Hopkins 19
15. David Checa (E) Yamaha + 54,965 Tamada 18

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