Neu: Der »Zusatzauftrag“ (Archivversion)

Manch einer kennt es: Nach einem Werkstattbesuch stellt sich der unbestimmte Verdacht ein, die Mechaniker hätten die Unkenntnis des Kunden ausgenutzt und für teures Geld einen Schaden behoben, der gar nicht da war. Ein Verdacht, den ein Kunde üblicherweise kaum überprüfen kann. Bei der letzten Runde des Werkstatt-Tests konnte MOTORRAD einen solchen Fall eindeutig nachweisen. Eine Werkstatt beschrieb wortreich einen Schaden am Vergaserschieber und stellte ein neues Teil in Rechnung. Die Überprüfung durch den zuständigen DEKRA-Ingenieur ergab eindeutig, daß kein Neuteil eingebaut worden war, der Mechaniker hatte das alte Teil noch nicht einmal ausgebaut. Im juristischen Sinne klarer Betrug. Um solche unseriösen Werkstätten zu entlarven, hat MOTORRAD den sogenannten »Zusatzauftrag« eingeführt. Die Tester umschrieben bei der Fahrzeugabgabe grob und laienhaft ein bestimmtes Symptom und beauftragten die Werkstatt, der Ursache auf den Grund zu gehen. Dies war im Fall der wassergekühlten Honda ein Wackelkontakt an der Steckverbindung zum Lüftermotor. Die Tester gaben bei der Fahrzeugabgabe an, daß das Thermometer im Cockpit manchmal zu hohe Werte anzeigt. Dieses Symptom kann theoretisch viele Ursachen haben: zum Beispiel ein defekter Thermostat oder zu wenig Kühlflüssigkeit, womöglich verursacht durch ein Leck im Kühler. Für eine unseriöse Werkstatt ein willkommener Anlaß, durch überflüssige Arbeiten oder unnötige Ersatzteile zusätzlich Geld zu kassieren.

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