Neue Rennsaison - alte Sorgen (Archivversion) Neue Rennsaison - alte Sorgen

Nach Superbike-WM und Grand Prix startet am 26. April auch die nationale Motorrad-Rennsaison: In Zweibrücken geben die Superbike-Piloten bei den ersten zwei von 16 Läufen Gas. Nach Pleiten, Pech und Pannen im Vorfeld der letzten Saison ist (noch) nicht (wieder) alles Gold was glänzt. Daß sich der neue Deutsche Motorsport-Bund (DMSB) und Moto Motion als Agentur der Pro Superbike-Initiative in Sachen TV-Vermarktung auf einen längeren Vertrag einigten, ist erfreulich, die Ausdünnung des Starterfelds dagegen nicht. Wenn Lästermäuler vom Klub alter Herren und ewiger Talente sprechen, ist dies allerdings kein alleiniges Superbike-Problem: Der Mangel einer konsequenten Nachwuchsförderung ist allgemein. Mit Ausnahme der Klasse Supersport 600, die sieben ihrer zehn Rennen bei Superbike-Events fährt, ist im deutschen Straßenrennsport die Masse der Klassen größer als die Masse und Klasse der Fahrer.Außer dem Junior-Cup des ADAC gibt´s allenfalls mehr oder weniger private Initiativen zur Förderung von Nachwuchspiloten. Viele schauen deshalb neidisch nach Italien, wo Verband und Industrie mit dem Team Italia seit 15 Jahren Talenten den Weg vom Motorrad-Spielplatz über nationale und EM-Läufe bis zur WM ebnen. Nicht nur die Anzahl der Weltmeister von jenseits des Brenners in diesem Zeitraum ist Erfolgsbeweis genug.Daß wir als zweitgrößter Motorradmarkt der Welt nach den unfreiwilligen Abschieden von Peter Öttl und »Tex« Geissler sowie dem Rücktritt von Ex-Weltmeister Dirk Raudies im GP-Sport nur noch mit Nachwuchsmann Steve Jenkner und den weniger jungen Jürgen Fuchs und Ralf Waldmann vertreten sind, ist schlimm genug. Bei der Superbike-WM gibt´s gar überhaupt keinen deutschen Fixstarter. Droht dann auch noch, daß der Superbike WM-Lauf am 7. Juni am Nürburgring (ohne Super Moto-Sahnehäubchen) kein Publikumsrenner wird, kann auch der bestimmt ausverkaufte Grand Prix auf dem Sachsenring am 19. Juli kaum trösten.Es ist höchste Zeit, im Motorrad-Rennsport in Deutschland einen wirklichen Neuanfang zu machen. Reden allein genügt allerdings nicht...Als Rennfan grüßt herzlich

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