Neue Unruhe in der Straßen-DM (Archivversion)

Hängepartie

Der Weihnachstfrieden im Theater um die deutsche Straßenmeisterschaft war nicht von Dauer. Der K(r)ampf geht weiter.

Neues Jahr, neues Unglück. Unter diesem Motto scheint die Straßen-DM 1997 zu stehen. Hatten sich der Motorradsport-Dachverband OMK, der Industriepool »Pro Superbike« mit seiner Agentur Moto Motion sowie die neu ins Geschehen eingestiegene Firma DEWE Datavision kurz vor Weihnachten im Streit um die Superbike-DM-Vermarktung geeinigt, gibt es nun neuen Ärger.Die OMK hatte in einer schriftlichen Erklärung die TV-Rechte der Klassen Superbike und Supersport an Pro Superbike übertragen, die nun mit dem Deutschen Sportfernsehen (DSF) sowie mit Eurosport verhandeln. DEWE hatte die OMK dagegen neben der Vermarktung der Rahmenklassen 125 cm³ und 250 cm³ und der Bandenwerbung vor Ort organisatorische Verantwortlichkeiten wie Fahrerlagerordnung, Zeitnahme zugedacht.Was wenig lukrativ ist. Zumal DEWE nicht, wie anfangs verlautete, über reservierte Sendeplätze im DSF für die Superbike-DM verfügt. »Wir wollen die Superbike-DM senden, sind aber nicht auf einen bestimmten Partner fixiert«, stellt Wolfgang Rother, DSF-Motorsportverantwortlicher, klar. Damit wäre DEWE aus allen profitablen Bereichen ausgeschlossen und hätte nur arbeitsintensive Aufgaben am Hals. Sollte DEWE den Vertrag mit der OMK nicht unterschreiben, stände die DM vor größeren Problemen. Denn »wir sind aus Personalgründen nicht mehr in der Lage, wie bisher logistische Aufgaben der Veranstaltungen zu übernehmen«, erklärt Moto Motion-Chef Franz Rau.Weitere Schwierigkeiten bereitet der derzeit gültige Terminkalender. Sechs der sieben Superbike-DM-Rennen 1997 kollidieren mit GP- oder Superbike-WM-Läufen. Und wer schaut sich die Superbike-DM an, wenn gleichzeitig im Nachbarkanal ein GP läuft?
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Superbike-DM: Streit geht weiter (Archivversion) - «In drei Minuten wäre der DM-Kalender perfekt“

Die Superbike-DM gehört endlich in die Hände von professionellen Organisatoren
Probieren Sie es aus: Geben Sie ihrem Patenkind im Vorschulalter einen Wandkalender 1997, je eine Terminliste mit den Motorrad-Grand Prix und der Superbike-WM. Und jetzt forden Sie den Nachwuchs auf, sieben Aufkleber mit den Rennstrecken der Superbike-DM so auf die Sonntage zwischen April und Oktober zu verteilen, daß kein Sticker an einem GP oder Superbike-WM-Tag hängt.Es wird keine drei Minuten dauern, und der DM-Kalender ist perfekt. »So einfach ist das aber nicht«, werden die Träger wichtiger Motorsportfunktionsmasken einwenden. Man müsse schließlich die Interessen und Zwänge der Veranstalter vor Ort berücksichtigen und und und. Mag sein, aber auch dies ist kein Hexenwerk, zumal von den meisten Veranstaltern der mögliche Spielraum ihrer Rennwochenenden über die Jahre kaum variiert.Aber die Realität ist leider eine andere. Mitte Februar, kaum zwei Monate vor dem geplanten Saisonbeginn, steht ein Termin von sieben fest. Alle übrigen Daten kollidieren mit GP oder der Superbike-WM und sind, je nach dem ebenfalls noch nicht feststehenden TV-Partner, entweder unmöglich oder werden unter Ausschluß der Öffentlichkeit gesendet. Auch von einer funktionierenden Veranstaltungs-Logistik kann derzeit keine Rede sein.Und jetzt stimmt es tatsächlich. Durch den erheblichen Zeitdruck wäre ein Vorschulkind tatsächlich überfordert. Jetzt müßte schon ein Viertkläßler ran.

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