Neuer Inter-Meister: Gert-Jan van Doorn (Archivversion) Der fliegende Holländer

Mit 32 Jahren hat Gert-Jan van Doorn eigentlich schon alles erlebt, was ein erfolgreiches Crosser-Leben erfüllen kann. Aufgewachsen im niederländisch-belgischen Grenzgebiet um Eindhoven, quasi dem Epizentrum der Moto Cross-Welt, stand er bereits mit zehn Lenzen zum ersten Mal hinter dem Startgitter. Von da an ging´s zunächst nur bergauf. Gemeinsam mit den späteren Weltmeistern Dave Strijbos oder Pedro Tragter in dem von einem niederländischen Mäzen gegründeten Venko-Team hochgepäppelt, rappelte es in der Titelsammlung. Sieben niederländische Meisterschaften zählte der Holländer im Lauf der Zeit. Top-Resultate in der WM folgten auf dem Fuß. Mit zarten 21 Jahren donnerte der Profi 1985 - immer noch mit Unterstützung des Venko-Teams - auf Platz drei der 250er WM. Ein Jahr später wiederholte er diesen Erfolg. Der Wechsel ins Werksteam von Cagiva an der Seite des Weltmeisters Pekka Vehkonen folgte. Bessere Plätze gab´s zwar nicht, aber mehr Geld. Die zwei Häuser, die van Doorn heute besitzt, stammen im wesentlichen aus dem satten Salär der Italo-Zweiradschmiede.Dem damaligen Drang zum Erfolg entstammt auch van Doorns uncharmanter Kosename Rambo. »Ich wollte einfach immer gewinnen. Wer da hinderlich im Weg stand, mußte eben fallen«, grinst der mittlerweile befriedete Wildfang noch heute. Erst einige magere Jahre förderten den Sinn für das auf der Piste Machbare. Und erst der Umstieg in die Halbliter-Klasse brachte wieder Licht ins Dunkel. Gesamtsieg beim allerersten 500er Einsatz, dem Schweizer GP in Payerne 1994. Der Auftakt zu seiner Halbliter-Dauerkarriere. Die WM-Ränge vier, sechs, sechs und sieben zeugen von Konstanz. Allerdings nur auf der Piste. Von der Mutter seines vierjährigen Sohns Joey lebt der Dauerbrenner mittlerweile getrennt.Was länger anhält, ist die Verbindung zum Honda-Händler Sarholz. Wobei der überraschende, aber völlig verdiente Gesamtsieg in Deutschlands oberster Cross-Liga durchaus nicht der letzte sein könnte. Zumindest noch zwei Jahre möchte Gert-Jan weiter für den Off Road-begeisterten Westerwälder fahren. Gibt ja vielleicht doch noch was zu erleben.

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