Neues Maß für die neue Mitte (Archivversion) Neues Maß für die neue Mitte

Wo sich die neue Mitte nun wirklich befindet, darüber wird in der der deutschen Öffentlichkeit und der Politik seit der letzten Bundestagswahl fast täglich und mit wortreichen Beiträgen auf allen Kanälen und in allen Gazetten diskutiert. Ab sofort kann diese neue Standortbestimmung auch für den Motorrad-Bereich gelten. Schien der Markt der Neumaschinen nur noch nach dem Gesetz »größer, stärker, schneller« zu funktionieren, könnte Suzuki mit den neuen Modellen SV 650 und SV 650 S wirklich die Mitte neu definiert haben. Die Maschinen, die wie kleinere Schwestern der TL 1000-Supersportler daherrollenden, machen nicht nur mit ihrer durchaus ansehnlichen Optik und dem gelungenen Rahmenkonzept in Alu was her. Sondern auch die ersten Probefahrten auf der fernen Winterflucht-Insel Teneriffa (der erste Fahrbericht beginnt auf der Seite 24) bestätigen, daß bei allem Mut zur Einfachheit ein richtiges Motorrad auf die Räder gestellt wurde. Und ein ebenso preiswertes wie -würdiges dazu. Wenn jemals die Frage zu beantworten war, wieviel Motorrad der Mensch wirklich braucht, die SV 650 scheint eine passende Antwort zu sein. Ein Motorrad, das fast jedem und zu jedem paßt und dem Aufsassen den Eindruck vermittelt, als habe man den Lenker nicht zum erstenmal in Händen. Testchef Gerhard Lindner, bekanntermaßen durchaus ein Freund des geöffneten Gasschiebers, schwärmte nach der Präsentation zudem von genügend Leistung des 72-PS-Treibwerks in aller Drehzahlbereich und der sanften Kraftentfaltung des V2.Natürlich fehlen bei der Fahrpremiere für die Medien die Möglichkeiten, eine neue Maschine durch das ebenso aufwendige wie tiefgehende Testprocedere von MOTORRAD zu scheuchen. Lindners »Popometer« aber meldete trotz Vergaser- statt Einspritztechnik und nicht einstellbarem Fahrwerk rundum positive Fahreindrücke. Womit Suzuki beweist, daß die Mittelklasse keineswegs Mittelmaß sein muß. Ein wirklich neues Motorrad für alle Tage und (fast) alle Zwecke wurde erfreulicherweise ohne Motorenrecycling oder den Griff ins Regal respektive die Fahrwerksmottenkiste realisiert - was bei den nicht befreundeten Suzuki-Mitbewerbern leider nicht immer der Fall war.Deshalb, und weil Motorradfahren viel mit Emotion zu tun hat , weswegen viele Kaufentscheide aus dem Bauch kommen: Ich wette, daß die SV 650-Modelle von vielen ins Herz geschlossen werden, denen die reine Freude am Motorradfahren vor PS-Protzerei geht und die Maschine als wirkliches Vehikel statt als Image-Prothese gilt.Es grüßt herzlich

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