Neues Reglement beim VFV (Archivversion) Start frei

Aufgrund eines geänderten Konzepts des Veteranen-Fahrzeug-Verbands können bei Oldtimerläufen in der Saison 2000 völlig neue Klassen an den Start gehen.

Sie haben im Keller eine Yamaha RD 350 stehen? Oder gar eine Königswellen-Ducati? Und mit der können Sie nichts anfangen. Obwohl sie wie eine echte Rennreplika hergerichtet ist. Nix Hockenheim, nix Nürburgring. Macht ja keinen Sinn, bei Renntrainings zwischen neuen Superbikes oder anderen aktuellen Rennmotorrädern rumzudüsen. Ab nächstem Jahr wird alles anders und viel besser. Denn der Veteranen-Fahrzeug-Verband schafft neue Klassen. Bisher hörte der Spaß bei Motorrädern bis Baujahr 1964 auf. Wenn man mal von Rennmaschinen und sogenannten historischen Eigenbau-Rennmaschinen absieht. Die durften bereits bis Baujahr 1974 fahren.Clubsport lautet die neue Zauberformel, die mit fünf zusätzlichen Kategorien für mehr Attraktivität und neue Impulse im Veteranensport sorgen soll. Entgegen dem strengen Korsett der bisherigen Klassen lässt das Reglement dem Clubsport unerwartete Freiräume. Startberechtigt sind Inhaber einer H-Lizenz des Deutschen Motor Sport Bundes mit Sportmotorrädern von 1964 bis 1978, erlaubt grundlegende Modifikationen. So dürfen Bremsanlagen mit maximal zwei Kolben pro Sattel und Fahrwerkskomponenten wie Gabeln bis 38 Millimeter Standrohrdurchmesser oder alternative Federbeine eingesetzt und selbst Rahmen technisch sinnvoll verändert werden. Allerdings sind nur Bauteile erlaubt, die bis 1978 im Handel erhältlich waren (technische Fragen beantwortet Manfred Woll, Telefon 06341/87388, organisatorische Claus Stolle, Telefon 06987/2701) Neben den fünf Klassen des Clubsports (siehe Kasten rechts) will der VFV für die Chancengleichheit der unterschiedlichen Konzepte sorgen, indem in der Klasse U 250er-Zweitakter gegen 350er-Viertakter oder in der Klasse W 750er-Zweizylinder gegen 500er-Mehrzylinder antreten. Des weiteren änderte der Verband das Reglement bereits existierender Klassen: Die Nachkriegsklassen wurden bis Baujahr 1967 aufstockt und zwei neue Grand Prix-Klassen bis und über 250 cm³ bis 1978 einführt. Mit sämtlichen Neuerungen will der VFV auch für eine Entzerrung zwischen reinrassigen Rennmaschinen und Umbauten sorgten. Besitzern modifizierter Serienmotorrädern soll so ermöglicht werden, bezahlbaren Rennsport zu betreiben. Gemäß seinen Richtlinien wertet der VFV auch die Clubsportklassen nach dem Prinzip der Gleichmäßigkeit, was bis dato jedoch noch keinen ambitionierten Fahrer abhalten konnte, ordentlich am Gas zu drehen.Bei den fünf geplanten Veranstaltungen für 2000 wird es allerdings ein Problem geben: Die mittlerweile 22 verschiedenen Klassen – selbst wenn einige zusammengelegt werden – dürften jeden Zeitplan sprengen, zumal der VFV jedem Fahrer mit Training und Zeitläufen insgesamt 60 Minuten Fahrzeit einräumen will. Dennoch dürfen wir uns schon heute auf den Startschuss für die neuen Klassen freuen und uns auf heiße Fights mit interessanten Motorrädern aus den siebziger Jahren gefasst machen. Und das nicht nur national, sondern auch auf internationaler Ebene, da der VFV bereits an einer Europameisterschaft arbeitet.

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