Neuheiten: Ducati Multistrada 1200 "Suv von Ducati"

Generaldirektor Claudio Domenicali führt nicht nur Ducati, sondern testet auch selbst. MOTORRAD-Chefredakteur Michael Pfeiffer befragte ihn zu der neuen Ducati Multistrada 1200.

Foto: Ducati

Herr Domenicali, sind Sie zufrieden mit der neuen Ducati Multistrada?

Ja, sehr. Wir haben in vielen Bereichen eine völlig neue Technik eingesetzt. Deswegen war ich sehr gespannt, ob wir das in der richtigen Zeit überhaupt schaffen. Aber der jetzige Stand ist schon recht nah an der Serie, die nächstes Frühjahr anlaufen wird. Meine Leute aus der Entwicklungsabteilung und dem Fahr-versuch haben gute Arbeit geleistet.

Die jetzige Multistrada 1100 ist ja nicht gerade ein Erfolg. So wurden in Deutschland 2009 bis jetzt nur 35 Maschinen zugelassen. Warum soll die Neue besser laufen?

Unser neues Motorrad hat mit dem alten nur noch die Modellbezeichnung gemein. Und mal ehrlich, wie anders sollten wir sie nennen, mit dieser unglaublichen Vielseitigkeit? Sonst ist alles anders. Angefangen vom viel stärkeren Vierventilmotor, über das neue Verbundfahrwerk mit Einarmschwinge bis hin zum optionalen ABS-System. Und die Optik natürlich, die ist völlig neu.

Der Ducati Vierventiler ist ja im Grunde ein Sportmotor. Wie haben Sie ihn für den Einsatz in einem Reisemotorrad gezähmt?

Man wird mit der Multistrada sehr bequem lange Touren, aber auch richtig sportlich fahren können. Sie wird ein echtes SUV von Ducati sein. Ja ich glaube, sie wird eines der schnellsten Motorräder auf kurvigen Landstraßen sein. Dazu braucht es einen leistungsfähigen Motor. Wir haben ihn nur ein bisschen gezähmt, ihn mehr auf Drehmoment abgestimmt und ihm mehr Schwungmasse gegeben. Der große Fortschritt aber ist das Drive-by-wire-System, das wir zusammen mit Mitsubishi entwickelt haben. Und außerdem können Sie den Motor selber zähmen.

Wie muss man sich das vorstellen?

Wir haben eine höchst intelligente Elektronik eingebaut, die dem Fahrer verschiedene Möglichkeiten bietet. Wie das im Einzelnen aussieht, geben wir aber erst auf der Eicma bekannt.

Was wird die Multistrada wiegen?

Wie immer wollen wir das leichteste Motorrad der jeweiligen Klasse bauen. Vollgetankt mit 20 Litern Benzin wollen wir deutlich unter 220 Kilogramm bleiben. Das wäre Rekord, vor allem, wenn man die Leistungsfähigkeit bedenkt.

Angesichts dieser Features dürfte die neue Multistrada etwa 15000 Euro kosten. Kommt das hin?

Der Preis wird auf jeden Fall sehr interessant sein. Wir bieten verschiedene Versionen an, auch mit ABS oder mit passendem Koffersystem. Und dann gibt es noch eine S-Variante, die neben einer ausgefeilten Traktionskontrolle noch eine Weltneuheit besitzen wird. Welche?

Auch da muss ich Sie leider wieder auf die Eicma verweisen. Wenn ich vorab zu viel verrate, kriege ich echten Ärger mit unserer Marketing-Abteilung (lacht).

Glauben Sie, dass die Multistrada gegen eine BMW R 1200 GS bestehen kann?

Ich glaube, dass neben einer BMW noch eine ganze Menge Platz ist. Bei den SUVs gibt es einen Range Rover und einen Porsche Cayenne. Beide haben ihre Berechtigung auf dem Markt. Wir können und wollen keine zweite GS bauen.

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