Neuzulassungen (Archivversion)

BMW ist vorn

Die Weißblauen sind 2003 Marktführer geworden, wenngleich der Vorsprung vor dem Zweiten, Suzuki, mit 403 Motorrädern hauchdünn ist. Immerhin hat BMW 26 987 Motorräder neu
zugelassen, was einem Marktanteil von 19,5 Prozent entspricht.
Suzuki brachte es auf 19,2 Prozent Anteil. Auf den Plätzen drei und vier folgen Yamaha (15,9 Prozent) sowie Honda (15,5 Prozent).
Insgesamt sind vergangenes Jahr 138712 Bikes über 125 cm3 neu zugelassen worden, was einem Minus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei machten alle japanischen Hersteller Miese. Harley und KTM legten zu. BMW schaffte 2,4 Prozent Plus und verkaufte allein den Topseller R 1150 GS ganze 6242-mal. Allerdings hat BMW vor allem im Dezember weit mehr Motorräder neu
zugelassen als die Konkurrenz. In diesem Monat gab es ingesamt nur 3186 Neuzulassungen, davon waren 1493 BMW und 551 Suzuki.
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Diess, Dr. Herbert: Interview (Archivversion)

Herbert Diess, Leiter BMW-Motorrad, über den Erfolg der Marke.
BMW ist zum ersten Mal Marktführer in Deutschland. Knallen jetzt die Sektkorken?
Natürlich freuen wir uns sehr über
unseren Erfolg, besonders, weil wir diesen in
einem ausgesprochen schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erzielen konnten. Die Erringung der Marktführerschaft war aber nie ein Ziel an sich. Nach wie vor gilt: Wir wollen mit attraktiven Produkten profitabel wachsen. Wenn als Ergebnis dann auch noch die Marktführerschaft in Deutschland herauskommt, ist das eine schöne Bestätigung. Was uns jedoch Sorge macht, ist der erneut schrumpfende Gesamtmarkt in Deutschland. Das heißt, wir wachsen auf Kosten unserer Wettbewerber.
Wie erklären Sie sich den Erfolg?
Wir bauen faszinierende Motorräder für engagierte Motorradfahrer, die einen hohen
Anspruch an ihr Zweirad stellen. In einigen Bereichen sind wir dabei der Konkurrenz klar voraus, etwa beim Fahrwerk, den Bremsen mit ABS, beim breiten Einsatzfeld unserer Produkte, beim Systemangebot, das vom Training über Fahrerausstattung bis zu einem umfangreichen Zubehörprogramm reicht. Ebenso spielen wir bei der Umweltverträglichkeit eine Vorreiterrolle. Viele Kunden schätzen zudem die hohe Werthaltigkeit unserer Produkte.
Wie haben Sie es geschafft, bei den Kurzzulassungen gegenüber Suzuki die Nase vorn gehabt zu haben?
Tageszulassungen sind für uns kein Weg, ein gestecktes Vertriebsziel zu erreichen. BMW ist traditionell in der zweiten Jahreshälfte stark in Deutschland, vermutlich, weil viele
unserer Kunden ihre Anschaffung langfristig planen. Außerdem hatten wir seit Mitte des Jahres attraktive Programme, bei dem der Kunde sich die Möglichkeit erwirbt, zwei unterschiedliche Motorräder nacheinander zu fahren. Insgesamt glaube ich, dass wir eine sehr leistungsfähige Vertriebsorganisation besitzen, die auf Kundenbedürfnisse auch hinsichtlich individueller Finanzierungen und Paketlösungen eingeht und es so versteht, Marktpotenziale zu nutzen.

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