Nichts geregelt (Archivversion)

Wie wird die Zukunft der Motorrad-WM aussehen? Eine Beratung der Hersteller brachte kaum Aufschlüsse.

Bei einem Treffen der MSMA, der Vereinigung im Motorradsport engagierter Hersteller, bei dem über die Zukunft der 250er-GP-Klasse und der Superbike-WM beraten werden sollte, kamen nach fast zwölfstündigem Sitzungsmarathon lediglich ein paar Vorschläge heraus. In Sachen 250er hat Honda definitiv erklärt, mit Ende des Jahres 2009 die Produktion jeglicher Zweitakt-Motoren, gleichgültig ob Rennmotorräder oder Rasenmäher, einzustellen. Da aber die zweitwichtigste GP-Klasse nicht eher unbedeutenden Herstellern wie Aprilia oder KTM überlassen werden soll, hält die MSMA mehrere Szenarien bereit. Die etwas ältere Idee mit reinrassigen Zweizylinder-400-cm³-Viertakt-Rennmaschinen scheint derzeit aus Kostengründen vom Tisch. Diskutiert werden vielmehr Supersport-600- oder Superstock-1000-ähnliche Motoren in freigegebenen Prototypen-Chassis. Beide Varianten haben jedoch einen entscheidenden Pferdefuß. Eine seriennahe 600er werde auch mit einem Rennfahrwerk deutlich langsamer sein als die bisherigen 250er, ist aus MSMA-Kreisen zu hören. Bei der 1000er-Idee stören sich die GP-Granden am gegenüber der 800er-MotoGP-Königsklasse größeren Hubraum – klare Vorgaben für die Zukunftsplanung gibt es nicht.
Dazu kommt noch ein Störfeuer aus ganz anderer Richtung. »Es wird definitiv keine auf Produktionsmaschinen basierende Technik bei den GP geben«, stellt Paolo Flammini, Vermarkter der Superbike-WM, klar, »denn es gibt mit dem Weltmotorradsportverband FIM vertraglich festgeschriebene Zuständigkeiten: Reinrassige Renn- und Prototypen-Maschinen fahren bei den GP, auf Serien-Produktion basierende Maschinen bei uns. Dies gilt auch für wichtige Einzelkomponenten wie den Motor.«
Zur Superbike-WM selbst brachte das Meeting ebenfalls nur unbefriedigende Ergebnisse: Vertagung der Bekanntgabe des neuen, ab 2008 gültigen Reglements auf den 15. Juni. Klar erscheint bisher nur, dass Honda den Ducati-Antrag auf Erhöhung des erlaubten Hubraums für Zweizylinder-Maschinen auf 1200 cm³ gegenüber den 1000er-Vierzylinder nützen will, um die gesamte Superbike-Klasse weiter in Richtung Seriennähe zu treiben. mt

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