Nöhles, Klaus: Interview (Archivversion) Eklat um Nöhles

Am Donnerstagabend vor Trainingsbeginn in Valencia wurde Klaus Nöhles gefeuert. »Keine Resultate«, begründete der Aprilia-Renndirektor Jan Witteveen, warum der vermeintliche Ralf-Waldmann-Nachfolger nicht mehr auf die letzten vier Übersee-Rennen mitgenommen wird. »Das letzte Jahr war positiv. Doch dieses Jahr sehen wir einen anderen Fahrer, der sich mit einem besseren Motorrad anstrengen muss, die gleichen Zeiten wie vergangenes Jahr zu fahren«, erklärte Witteveen. »Schon nach vier, fünf Rennen haben die Sponsoren einen Wechsel gefordert. Stattdessen nahmen wir Jeremy McWilliams ins Team, um Nöhles technische Hilfe zu geben. Nachdem auch das keine Änderung ergab, hatte es keinen Sinn, weiter zu machen.«Da auch Nöhles’ jüngster Aufwärtstrend die Entscheidung nicht mehr abwenden konnte, vermutete sein Manager Thomas Reister »ein Bauernopfer«, mit dem Aprilia Geld sparen und eine lästige Verpflichtung los werden wollte. Statt zu der einvernehmlichen Trennung nach Rennende, die Reister und Witteveen am späten Donnerstagabend telefonisch vereinbart hatten, kam es am Freitagvormittag zum Eklat. Denn während Klaus Nöhles die schriftliche Auflösung des Zweijahresvertrags von seinem Anwalt in Deutschland prüfen ließ, wurde Teamchef Dieter Stappert von Witteveen angewiesen, den deutschen Werksfahrer nicht aufs Motorrad steigen zu lassen, bevor das Papier nicht unterschrieben in seinem Büro vorliege.Nöhles war zu diesem Zeitpunkt bereits zum freien Training auf der Strecke und wurde nach zwei Runden an die Box zurückzitiert und durch Motorradentzug unter Druck gesetzt. Nach dieser Demütigung stellte der 24-Jährige seine 250er-Werks-Aprilia nach fünf unlustigen Runden am Nachmittag für immer ab.

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