November-Enduro in Zschopau (Archivversion) Nach zehn Jahren: Revival des MZ-Sieger-Teams

Giovanni Sala recht, Stefano Passeri gut - die eigentliche Sensation des Zschopauer November-Enduros lieferten aber ganz andere: Jens Grüner, Reinhard Klädtke, Jens Scheffler, Harald Sturm, Jens Thalmann und Uwe Weber. Oder kurz gesagt: das letzte Sextett, das für die DDR 1987 die internationale Sechstagefahrt, den prestigeträchtigsten WM-Titel dieses Sports, gewinnen konnte. Vor zehn Jahren traten sie im polnischen Jelena Gora von der internationalen Bühne ab - und tauchten just zum zehnjährigen Jubiläum in Zschopau in alter Formation wieder auf. Und wie! Egal wie laut die eigens restaurierten Original-Werksmaschinen auch knatterten, der Applaus und die Anfeuerungsrufe des Zschopauer Publikums übertönten locker die rasselnden MZ-Zweitakter. Speziell der mittlerweile 40jährige Publikumsliebling und vierfache Europameister Harald Sturm steckte die aktuelle DM-Prominenz in Sachen Publicity lässig in die Tasche. Wobei die glorreichen Sechs nur die letzte Abordnung einer imposanten Erfolgsserie der DDR-Teams im Endurosport über lange Jahre waren. Zwischen 1964 und 1987 holte die DDR-Equipe insgesamt sechs Sixdays-Gesamtsiege. Als nichtolympische Disziplin genoß der Endurosport im Arbeiter- und Bauernstaat trotz aller Spitzenergebnisse nur wenig Förderung. Im wesentlichen betrieben die beiden Motorrad-Hersteller der DDR, MZ und Simson, ihr Werksengagement in eigener Regie. Der Mangel an Devisen und politischem Gewicht bedeuteten aber schon Jahre vor der Wende den allmählichen Niedergang. Nur die bedingungslose Professionalität von Harald Sturm und Co. wetzte die Scharte der Ende der achtziger Jahre längst veralteten technischen Konstruktionen aus.

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