Ozon-Gesetz (Archivversion) Zweieinhalb Liter

Am 27. und 28. November 1995 sollte ein Fachausschuß im Bonner Verkehrsministerium einen Schildbürgerstreich der Politiker wieder geraderücken. Auf der Tagesordnung: die Definition eines schadstoffarmen Motorrads. Weil das im Ozon-Gesetz schlicht vergessen wurde, schusterte sich jedes Bundesland seine eigene Regelung zusammen. So könnte bei Ozon-Alarm in Rheinland-Pfalz jedes Bike auf die Straße, das nach dem 30. Juni 1994 zugelassen wurde, in Bayern dagegen nur Motorräder mit geregeltem Kat. Trotz dieser Rechtsunsicherheit beschloß der Ausschuß, das Thema nicht zu behandeln und sich statt dessen mit den Emissionen ausländischer Lkw zu befassen. »Die wissen nicht, wo es langgeht«, meint der Industrieverband Motorrad und befürchtet schon mal das Schlimmste. Nicht zu Unrecht, denn was eine Amtschefkonferenz der Umweltämter bei ihrer Sitzung am 19. Oktober 1995 in Halle der Umweltministerkonferenz in Sachen »Umweltverträglichkeit von motorisierten Zweirädern« vorschlug, übertrifft alles, was bislang in der Diskussion war. Gefordert werden unter anderem ein geregelter Kat für alle Bikes und, analog zum Drei-Liter-Auto, das Zwei- bis Zweieinhalb-Liter-Bike. Fehlt nur noch: Tret- statt Motorroller.

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