Parc fermé (Archivversion)

Simon CrafarKein Grip,keine ZukunftSimon Crafar, Überraschungssieger des England-Grand Prix 1998, stieg zu Beginn der neuen Saison von Dunlop auf Michelin um und findet seither keinen Grip. »Meine Yamaha fühlt sich völlig fremd an, keine Einstellung paßt mehr, und was wir auch versuchen: Es wird nichts besser«, klagte der Neuseeländer schon vor Wochen. Weil Crafar auf der Stelle tritt, wurde Teammanager Peter Clifford aktiv: Seit einem Test des Österreichers Andreas Meklau, auf Wunsch von Red Bull-Manager Thomas Überall in Brünn durchgeführt, ist die Suche nach einem schnelleren Ersatzfahrer offenkundig. Clifford verhandelte sogar mit Ex-Suzuki-Star Daryl Beattie.Pantani-SkandalLucchitrauertDocshop-Pilot Marcellino Lucchi konnte sich über die Trainingsbestzeit der 250-cm3-Klasse nicht so richtig freuen, nachdem sein Freund Marco Pantani kurz vor dem Ende des Rad-Klassikers Giro d`Italia wegen Dopingverdachts ausgeschlossen worden war. »Drei Wochen den Giro anzuführen und zwei Tage vor Schluß disqualifiziert zu werden, ist unglaublich. Ich verstehe seine Enttäuschung, denn ich bin sicher, daß er unschuldig ist«, erklärte Lucchi, der selbst mindestens 50 Kilometer pro Tag mit dem Fahrrad zurücklegt und gelegentlich mit Pantani trainiert.Blumenkind RossiBaldPorno-Star?Valentino Rossi, in Mugello ganz in grellbuntem Stil der 70er Jahre mit großen grünen Pop-Blumen und der Aufschrift »Valentipeace & Love« unterwegs, betreibt hinter seinem friedlichen Hippie-Dasein harten Vertragspoker. Zwei Fristen, die Ende 1999 auslaufenden Verträge mit Aprilia zu erneuern, ließ er bereits ungenutzt verstreichen, denn laut engen Freunden ist er eher an einem Direkteinstieg bei Honda in der Halbliterklasse interessiert. Als er nach mißglücktem Abschlußtraining frustriert von seiner Maschine stieg, kam es zu einem weiteren attraktiven Angebot: »Du hast Charisma und Ausstrahlung. Im Winter könntest du in einem meiner Filme mitspielen«, offerierte Tinto Brass, ein erfolgreicher italienischer Soft-Porno-Produzent.Suzuki 500Weiter mitBig BangBei Vorsaisontests in Phillip Island schlug Kenny Roberts junior dank einem »Screamer«-Motor mit regelmäßiger 90-Grad-Zündfolge mit Sensationszeiten zu, doch schon beim ersten Grand Prix in Sepang wurde das Aggregat wegen Handlingproblemen in Spitzkehren wieder ausgebaut. In Mugello fand ein zweiter Wiederbelebungsversuch der aggressiveren Motorvariante statt, doch abermals wurde sie schon nach dem ersten Tag wieder gegen die gutmütige Big Bang-Variante mit 25-Grad-Zündfolge ausgetauscht.Mugello-StreckeDer Kursder ZukunftDie 5,245 Kilometer lange Mugello-Strecke, bald für einen von Rom über Florenz nach Bologna fahrenden Superzug untertunnelt, wird auch auf der Erdoberfläche zielstrebig für die Zukunft gerüstet. In einer neuen Kommandozentrale für die Renndirektion sind nicht weniger als 52 Monitore installiert, mit denen sich Strecke samt Auslaufzonen lückenlos überblicken lassen. Neben einem neuen, 32 Meter hohen Radio- und Mobilfunk-Sendeturm ist außerdem ein schickes kleines Clubhaus mit 30 bis 40 Betten geplant.

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