Parc fermé (Archivversion)

KnöchelbruchPause fürJacqueNeben Mick Doohan wurde auch Olivier Jacque zum Opfer der weißen Begrenzungslinie. Im freien Vormittagstraining am Samstag Schnellster, gab der Franzose im Abschlußtraining der 250-cm3-Klasse etwas zuviel Gas und wurde ausgangs einer Rechtskurve von seiner Yamaha abgeworfen. Zwei neue Brüche und überdehnte Bänder im bereits 1998 schwer demolierten rechten Knöchel bedeuten eine neue Operation und einen definitiven Startverzicht beim Heim-Grand Prix in Frankreich am 23. Mai. »Ich fühlte, wie sich das Motorrad beim Beschleunigen querstellte, und dann spürte ich nur noch den Schmerz im Knöchel. Ich bin am Boden zerstört!«Biaggi kämpftWeg mitUnciniNach dem Unfall von Mick Doohan platzte Max Biaggi der Kragen. »Nur bei Unfällen großer Helden wie dem von Ayrton Senna in Imola und nun von Mick Doohan hier in Jerez wird von Sicherheit geredet, doch sie muß überall und immer zum Thema werden«, wetterte der 27jährige Italiener und will prominente Piloten wie Alex Crivillé, Kenny Roberts, Carlos Checa und Alex Barros bei den kommenden Tests der Teamvereinigung IRTA in Valencia zu einem Fahrertreffen zusammentrommeln. Biaggis Ziel ist eine starke Fahrergewerkschaft, die sich um Sicherheitsfragen kümmert und als Gegengewicht der mächtigen IRTA auftritt. »Wir sind die Helden in diesem Theater und ziehen Zuschauer wie Sponsoren an, sind aber ohne jede echte Vertretung«, verdeutlichte der Römer. »Denn Fahrervertreter Franco Uncini wird von der IRTA bezahlt, und das ist ein klarer Interessenkonflikt. Jetzt nehme ich die Sache selbst in die Hand!«Whitham statt BayleAngriffder MückeJean-Michel Bayle verabschiedete sich nach dem Japan-Grand Prix auf unbestimmte Zeit von seinen Freunden im Fahrerlager, denn der exzentrische Franzose hat derzeit mehr Spaß daran, für die französische Fahrradmarke Sunn Mountain Bike-Rennen zu bestreiten als sich auf der nach wie vor zu langsamen Dreizylinder-Modenas abzuquälen. Im Roberts-Team wurde Bayle vom britischen Superbike-As Jamie Whitham ersetzt, der im Training Platz 22 erreichte und im Rennen an zwölfter Stelle liegend stürzte. Bei der offiziellen Begründung für Bayles Fernbleiben bewies das Team Phantasie: In einer Pressemitteilung hieß es, ein Moskitostich habe sich entzündet.Team DocshopSchlangeim GepäckAls die Mechaniker vom Team Docshop ihre Überseekisten auspackten, fiel ihnen eine armlange Viper entgegen, die sich beim Malaysia-Grand Prix ein ruhiges Plätzchen gesucht hatte. Derart jäh aus dem Schlaf gerissen, hielt die Giftschlange angriffslustig nach ausgestreckten Fingern Ausschau, konnte schließlich aber gestellt und eingefangen werden. Weil die holländische Medizinbedarfsfirma eine Schlange im Logo hat, präsentierte Cheftechniker Lucas Schmidt das Dschungeltier als neues Teammaskottchen und päppelte es mit Delikatessen wie Käfern und Würmern auf. Trotzdem nutzte die Viper die erste Gelegenheit, über den verrutschten Deckel seines neuen Zuhause in die Freiheit zu entweichen. Für den Rest des Wochenendes trug jeder in der Box festes Schuhwerk und Handschuhe.BSL-ComebackJetzt zweiZylinderDie neuseeländische Dreizylindermaschine BSL, nach ein paar erfolglosen Proberunden beim Saisonauftakt in Malaysia zur Revision ins Werk zurückverfrachtet, feierte in Jerez ihr Comeback. Allerdings war unter der Verkleidung des Exoten eine handelsübliche V2-Honda versteckt, mit der Pilot Mark Willis wenigstens einmal eine Zielflagge sah. »Wir wollten Mark die Chance geben, Rennkilometer zu sammeln, denn wegen der vielen Motorschäden war sein Job bisher sehr frustrierend«, erklärte Teamkoordinator Dave Stewart. »Für unsere eigene Maschine haben wir die Fertigung der Kurbelwellen modifiziert, die bisher andauernd auseinanderbrachen. Beim Frankreich-Grand Prix ist die echte BSL wieder da!«»Official Cars«Comebackvon BMWBMW feiert ein Comeback in der Motorrad-WM - allerdings nicht bei den Rennen selbst, sondern als Lieferant der Funktionärsfahrzeuge. Zwei M-Coupés und drei 528i stehen dem Renndirektor und den Rennstewards als »Official Cars« zur Verfügung, bei der Besichtigungsrunde vor den Rennen wird das Safety Car von zwei R 1100 S eskortiert. Außerdem wurde das gesamte Management von GP-Promoter Dorna mit BMW-Autos ausgerüstet.

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