parc fermé (Archivversion)

Robert UlmEiner, der aufsteigt1998 wurde der 26jährige Österreicher Robert Ulm Zehnter der Supersport 600-Weltserie auf Yamaha. Im Winter glänzte er mehrfach bei Superbike-Testfahrten und wurde schließlich beim italienischen Kawasaki-Importeursteam Bertocchi unter Vertrag genommen, das zu diesem Anlaß mit dem neugegründeten Team des österreichischen Druckereibesitzers Gerin vereinigt wurde. Und gleich beim Auftakt in Kyalami zeigte die Italo-Austria-Truppe ihre Schlagkraft. Ulm trieb die Kit-Kawasaki in den Trainings phasenweise bis auf Rang sieben vor die beiden Werks-ZX-7RR von Akira Yanagawa und Gregorio Lavilla. Im Rennen blieben dann die Ränge zehn und elf. »Aber ich bin eher vorsichtig gefahren«, so Ulm, »ich wollte nicht gleich am Anfang auf die Nase fallen.« Immerhin lag er damit vor dem deutschen Meister und österreichischen Nationalhelden Andreas Meklau, der im ersten Lauf Zwölfter wurde und im zweiten Rennen mit zu knapp kalkuliertem Benzinverbrauch strandete.Lance IsaacsNew South AfricaLance Isaacs ist 20 Jahre alt, der erste Südafrikaner in der Superbike-WM und der erste Fahrer mit dunkler Hautfarbe. »Eigentlich sollte ich nur hier in Kyalami die Ducati des italienischen NCR-Teams fahren«, schildert der frühere BMX-Fahrrad-Crosser, »aber dann hat sich mein Hauptsponsor Vodacom entschlossen, die ganze Saison abzusichern.« Vodacom ist die führende Telefongesellschaft in Südafrika und nebenbei auch Mehrheitseigner der Rennstrecke in Kyalami. Isaacs war übrigens nur verbal beeindruckt von der Ducati-Power. »Dieses Ding hat 60 PS mehr als alles, was ich bisher gefahren bin«, erklärte der bisherige Honda-Supersport 600-Mann. In den Rennen erreichte er zwei respektable 14. Ränge, holte vier WM-Punkte und schlug Alessandro Gramigni, der 1992 immerhin 125er Weltmeister war.Superbike-WM 2000Drei deutsche Rennen?Erstmals bei einem Motorrad-Rennen war der Geschäftsführer der neuen ADAC Motorsport GmbH, Hans-Jürg Weick, im früheren Leben als Geschäftsführer des Verbandes ITR einer der maßgeblichen Macher der Deutschen Tourenwagen-meisterschaft. »Motorradrennsport ist eine völlig andere Welt. Etwas weniger professionell zwar, aber dafür ist das, was die Fahrer zeigen, einfach unglaublich«, so Weick, der 1999 für alle deutschen WM-Rennen (Grand Prix Sachsenring, Superbike-WM Nürburgring und Hockenheim) verantwortlich ist. Außer vielen neuen Eindrücken brachte Weick auch erstaunliche Informationen aus Südafrika zurück. »Superbike-Promoter Maurizio Flammini hat in Aussicht gestellt, daß im Jahr 2000 in Oschersleben ein drittes WM-Rennen in Deutschland stattfinden könnte.« Die Voraussetzungen sind aber auch klar: Der Nürburgring-Event darf nicht wieder ein ähnlicher Flop werden wie 1998.

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