Parc fermé (Archivversion)

Kein Rio-GPBelag in BröselnFahrervertreter Franco Uncini reiste vor dem dem Phillip Island-GP zur dritten Inspektion der Jacarepaguá-Rennstrecke nach Rio de Janeiro. Als der Italiener die Fahrer eines nationalen Superbike-Laufs hilflos umherdriften sah, kam es zur endgültigen Absage und ersatzlosen Streichung des Brasilien-GP. Der Asphaltbelag brach unter Belastung auf und zerbröselte förmlich. Im August war die Strecke neu geteert worden, fiel bei einer Asphaltanalyse des international führenden Rennstreckenarchitekten Hermann Tilke aus Aachen aber komplett durch. Danach erhielt die Piste wieder einen neuen Belag, wobei Tikes Ratschläge nach Kräften ignoriert wurden. Daß damit auch die Luft aus der bislang hart umkämpften WM gelassen wurde, ist nicht nur brasilianischem Schlendrian anzulasten. »Mir ist unverständlich, daß sich die WM-Organisatoren angesichts der Probleme nicht rechtzeitig um eine Ersatz-Strecke gekümmert haben«, grollte Max Biaggi.Katalonien-GPErgebnis bleibtDie Disqualifikation von Max Biaggi und der siebte Platz von Alex Barros nach Stop and Go-Strafe beim GP in Barcelona bleiben bestehen. Die Berufung der Teams wurde vom Schiedsgericht des Weltverbands FIM zurückgewiesen. Beide Fahrer hatten, so lautet das Urteil, am Ende der Zielgeraden die gelben Flaggen mißachtet und überholt. Während Biaggi diese Aktion nach wie vor bestreitet, räumt er beim Ignorieren der anschließenden Stop and Go-Strafe sowie der schwarzen Flagge Fehler ein: »Ich habe mich bei meinem Team entschuldigt.«Vertrag mit MuZGo für GoorberghOffiziell war der Barcelona-Sturz von Eskil Suter der Grund für Abwesenheit des MuZ-Teams in Australien. Tatsächlich waren Auseinandersetzungen mit dem vom Saisonverlauf enttäuschten Fahrwerkskonstrukteur Serge Rosset schuld an der Absage. Für 1999 unterschrieb der Holländer Jürgen van den Goorbergh als Fahrer bei MuZ und freut sich auf die Außenseiterrolle im künftig vom siebenfachen Gespannweltmeister Rolf Biland geführten deutschen Rennstall. »Wenn du mit einer Yamaha oder Honda unter die ersten Zehn fährst, hat das keine große Bedeutung. Doch wenn du das mit der MuZ 500 erreichst, bist du der Größte«, freute sich van den Goorbergh.Marlboro-YamahaDas neue SuperteamDer Transfer von Carlos Checa zu Yamaha ist perfekt. Der Spanier kann bei entsprechenden Resultaten 1999 bis zu 1,7 Millionen Dollar verdienen. Sein bisheriger Teamchef Sito Pons, bei dem Checa mit einem Jahresgehalt von 200 000 Dollar abgespeist wurde, hatte zuletzt zwar mit dem Yamaha-Angebot gleichgezogen, vermochte seinen Top-Fahrer aber dennoch nicht zu halten. »Ich bin begeistert von den Möglichkeiten bei Yamaha. Das Verhältnis zu Sito hat sich in den letzten Monaten dramatisch verschlechtert«, erklärte Checa. Max Biaggi schwankt offiziell zwar noch zwischen der Yamaha-Offerte, seinem bisherigen Honda-Kanemoto-Team und der extravaganten Idee, mit einem Rekordbudget von British American Tobacco auf Cagiva anzutreten. »Wenn ich bei Honda bleibe, dann unter anderen Bedingungen«, erklärte der Superstar, der Werks-Status mit Gratis-Motorrädern und Mick Doohans Spezialmotor haben will. Ein Wechsel zum neuen Yamaha-Superteam mit Carlos Checa als Partner ist freilich am wahrscheinlichsten: Marlboro kehrt nach zwei Jahren Abwesenheit mit einem Budget von neun Millionen Dollar zu Yamaha zurück und ködert Biaggi mit jenen zwei Millionen Dollar Gage, die Alex Crivillé bereits verschmähte. Der Spanier entschied sich, für die Hälfte bei Honda zu bleiben.

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