Parc fermé (Archivversion)

Zum SaisonendeRaineysRücktrittWayne Rainey kündigte in Assen den Rücktritt zum Saisonende an. »Nach meinem Unfall vor fünf Jahren war der Job im Fahrerlager Teil meiner Rehabilitation. Doch das viele Reisen hat meinen Körper auch stark mitgenommen. Seit zwei Jahren mußte ich mich zwingen, immer wieder von zu Hause aufzubrechen«, schilderte der gelähmte Yamaha-Teamchef. Jetzt will er sich im kalifornischen Monterey mehr seiner Frau Shae und Sohn Rex widmen, der im August in die Schule kommt, bleibt Yamaha aber als Berater auch 1999 erhalten. Zu den neuen Geschäften, die der dreifache Weltmeister zum Laufen bringen will, gehören die Erschließung und Entwicklung von Neubaugebieten (großer Hintergrundbericht folgt in Heft 17).Yamaha-PläneCheca oderWaldmannDie spanische Mobiltelefongesellschaft MoviStar, derzeit noch Hauptsponsor des Honda-Teams von Sito Pons, steht in geheimen Verhandlungen mit Yamaha. Statt weiterhin Geld in Sitos Satellitenteam zu investieren, will sich MoviStar nach dem Vorbild von Repsol und Honda als Hauptsponsor eines echten Werksteams profilieren. Falls sich Jarama-Sieger Carlos Checa von seiner Verletzung erholt, ist er Teil der Offerte - als Nummer eins-Pilot noch vor dem von Yamaha umhätschelten Norick Abe. Gleichzeitig versucht auch der Italiener Francesco Pileri, im letzten Jahr wegen seines Firmenbankrotts in die Schlagzeilen gekommen, ein Comeback als Teamchef. »Ich habe eine Mineralölfirma und einen Kaffeeröster als Sponsor«, flüsterte Pileri - und verlangte schon mal nach Ralf Waldmanns Telefonnummer.Pocket RocketExtraleichtLeon Haslam wurde am 31. Mai 15 Jahre alt und nutzte das reife Alter zu seinem ersten Grand Prix als Wild Card-Pilot. Statt des Aufstiegs zum Ruhm warteten jedoch Handicaps auf den Sohn des früheren GP-Stars »Rocket Ron« Haslam. Beim Wiegen erreichte Leon mit Helm und Leder 55 Kilogramm und mußte sich 4,5 Kilo Bleiballast an seine Givi-Honda schrauben lassen. In der allerersten Trainingsrunde ging sein Motorrad fest - die Mechaniker hatten vergessen, Kühlwasser einzufüllen. Im Rennen wurde er von einem 125er Wild Card-Kollegen ins Gras geschubst. Trotzdem kämpfte Leon wie ein Löwe und wurde stolzer 17.GP SüdafrikaWillkommenin WelkomSüdafrika kehrt 1999 auf den Grand Prix-Kalender zurück. In der alten Minenstadt Welkom der Provinz Free State, 50 Flugminuten von Johannesburg entfernt, entsteht derzeit für zehn Millionen Dollar eine neue Strecke, um dem durch den Niedergang der Goldminen schnell wachsenden Arbeitslosenheer neue Perspektiven im Handel und im Tourismus zu bieten. Die Promotionfirma »Phakisa«, was in der Landessprache »beweg dich« bedeutet, handelte einen Fünf-Jahres-Vertrag mit WM-Promoter Dorna aus. Bereits im Aprilia 1999 soll der erste Grand Prix in Welkom steigen.GespanneGuterBösigerSteve Webster wartete in England klug, bis Klaus Klaffenböck und Paul Güdel ihre Reifen verbraucht hatten, dann schlug der Brite zu und feierte im Weltcup der Gespanne den dritten Sieg im dritten Rennen. Abermals war er dabei von der Perfektion seines Markus Bösiger-Gespanns beeindruckt. »Ein solches Gerät hätte ich schon früher haben sollen - dann wären mir viele Sorgen erspart geblieben«, freute sich Webster. Bösiger selbst, der mit einem Sitz-Gespann außer Konkurrenz mitfährt, wurde in Assen wie in England Dritter.

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