Parc fermé (Archivversion)

Bald ViertakterPons zuvorlautDer Beschluß von Honda, ab der Jahrtausendwende keine Zweitakter für den Straßenverkehr mehr herzustellen, führt zu allseitigen Spekulationen über ein künftiges Grand Prix-Reglement. Weil auch Yamaha einen entsprechenden Vorstoß machte, gilt es als sicher, daß sich die großen japanischen Hersteller mit dem Wunsch nach Viertaktern in der GP1-Klasse (bisher 500 cm3) durchsetzen werden und 250er und 125er nur noch als Rahmenprogramm geduldet werden. Ob Zweitakter ganz ausgemustert werden oder ob es zu einer Mischformel kommt, ist ungewiß. Modenas-Teambesitzer Kenny Roberts will auf keinen Fall »häßliche, schwere Serienbrocken« herumfahren sehen und findet, GP-Promoter Dorna solle sich lieber um eine anständige Vermarktung der Rennserie kümmern, als sich von den Japanern eine neue Formel reindrücken zu lassen. Reinrassige Viertakt-Prototypen wie die Anfang der 80er Jahre gebaute Honda NR 500 wären attraktiver als seriennahe Superbikes, würden aber die Preise bis aufs Zehnfache treiben, wie Yamaha-Konstrukteur Harald Bartol schätzt. MuZ-Teammanager Serge Rosset kritisiert das Verhalten des superreichen MoviStar-Honda-Teamchefs Sito Pons, der den Viertaktern in Jarama begeistert das Wort redete. »Wenn Viertakter kommen, müssen die Hersteller zum Bau weiterer Motoren verpflichtet werden, sonst haben kleinere Teams keine Chance«, fordert Rosset. »Pons vermischt seine Eigeninteressen mit seiner Funktion als Sprecher der Teamvereinigung IRTA. Bevor er öffentlich Stellung nimmt, hätte er die Tagung des IRTA-Komitees in Assen abwarten sollen!«Sepp SchlöglProblemPeruginiDie Honda-250-Teams erhielten in Jarama neue, geringfügig stärkere Motoren. Castrol-Honda-Cheftechniker Sepp Schlögl baute das Aggregat sogar nach einem Training wieder aus, weil »dich der Teufel holt, wenn ein Fahrer keine klaren Aussagen dazu machen kann«. Schützling Stefano Perugini ist ein mindestens so großer Problemfall wie die neue NSR 250 selbst und fuhr im Rennen wegen angeblichen Leistungsverlusts an die Box. »Ein Schmarrn«, stellte Schlögl bei Prüfstandsversuchen fest. »Perugini kriegt keine gleichmäßigen Rundenzeiten zustande.« Weil´s so nicht weitergehen kann, ist Schlögl nach allen Seiten offen - auch für eine Zukunft mit Ralf Waldmann und ohne Dieter Stappert, der mehr denn je um die Gelder für seinen Rennstall bangen muß.Yamaha-TestsUm dieWetteBei Testfahrten kurz vor dem Jarama-Grand Prix hatte Jean-Michel Bayle gute, konstante Rundenzeiten erzielt und ein Comeback in Assen ins Auge gefaßt. Luca Cadaloras glänzende Leistung brachte Teamchef Wayne Rainey allerdings in eine delikate Situation, zwischen den beiden Stars wählen zu müssen. Doch anstatt eine diplomatische Lösung zu suchen und das Set der beiden Werksmaschinen beispielsweise auf Bayle und Cadalora aufzuteilen, hetzte er die beiden bei Testfahrten in Barcelona gegeneinander los. (Schlußsatz folgt, Schlußsatz folgt, Schlußsatz folgt).Max BiaggiNeuerRahmenWie nach dem Frankreich-Grand Prix gefordert, erhielt Max Biaggi einen neuen Rahmen, weil er allen Meßergebnissen zum Trotz glaubte, sein altes Chassis habe sich bei einem Sturz in Malaysia verbogen. »Ich hatte recht!« schwärmte er nach dem zweiten Platz im ersten Training und behauptete, die lästigen Vibrationen der Federung seien weg. Tags darauf waren sie allerdings wieder da: Max fiel auf Startplatz zehn zurück und machte offiziell einen zu langen ersten Gang verantwortlich; im Rennen trat er mit einem komplett anderen Federungs-Set-Up an und quälte sich auf Rang sechs.

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