Parc fermè (Archivversion)

Deutsche SuperbikerAusflugDurchaus von nennenswerter Größe war bei den WM-Rennen auf dem Nürburgring die Gaststarter-Fraktion aus der Pro Superbike-DM. Wenn auch zwei der Vorsitzenden nicht auftauchten. Kawasaki-Fahrer Jochen Schmid hatte nach den zwei Motorschäden bei der DM auf dem Salzburgring am Wochenende zuvor keine Triebwerke mehr, denen er internationale Reife attestierte. Und Yamaha Deutschland ließ den DM-Tabellenführer Christer Lindholm aus Budgetgründen, gleich ganz daheim. So bildeten außer Udo Mark und dem österreichischen WM-Regelstarter Andreas Meklau eher Fahrer aus der zweiten und dritten Reihe die DM-Abordnung. Suzuki-Einspritzungspionier Mark holte zwar mit Rang zwölf im zweiten Lauf die beste Plazierung, dürfte aber aufgrund seines Sturzes im ersten Rennen dennoch nicht bester Laune den Ring verlassen haben. Meklau verzockte das erste Rennen mit der gewagten Wahl von Intermediate-Reifen auf regenasser Bahn, korrigierte seinen Fehler nach einer Rennrunde mit einem Reifenwechsel, gab aber wenig später dennoch auf und verschenkte so eventuell zwei WM-Punkte, die er trotz Rundenrückstand hätte erreichen können. Im zweiten Lauf stürzte er.Der in Deutschland lebende Südafrikaner Jonnie Ekerold scheiterte im Training wegen eines Sturzes denkbar knapp an der Qualifikation zum Superpole-Einzelzeitfahren und kam in den Rennen zu Sturz und Rang 17.Supersport 600Vive la FranceDer Supersport-Regenmeister kommt aus Frankreich. Sébastian Charpentier, Nachwuchsfahrer in Diensten von Honda France und schon beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im April schnellster Regenfahrer, hatte auch im fast schon herbstlichen Eifelregen die beste Taktik und wohl auch die günstigsten Reifen. Nachdem der zunächst entschwundene Österreicher Robert Ulm (Yamaha), durch zwischenzeitlich einsetzenden Regen nervös geworden, gestellt war, siegte Charpentier unwiderstehlich vor dem spanischen Ducati-Fahrer Pere Riba, dem italienischen Yamaha-Werksfahrer Vittoriano Guareschi und dem armen Robert Ulm. Als Fünfter wurde der in der Endphase stark auftrumpfende Jörg Teuchert auf Emonts-Yamaha bester Deutscher.Da neben ihm selbst auch alle anderen Titelkandidaten gestürzt sind, führt Corona-Alstare-Suzuki-Fahrer Fabrizio Pirovani weiterhin die Gesamtwertung an.SupermonoWieder KatjaDas Rennen zum Supermono-Europa-Cup wurde erneut von Katja Poensgen und ihrer bärenstarken BMR-Suzuki dominiert. Die dahinter plazierten Manfred Kehrmann (Pami), Frank Reisky (Over-Yamaha) und Thomas Metzler (Suzuki) komplettierten den deutschen Vierfach-Erfolg. Katja Poensgen führt jetzt mit 75 Punkten überlegen die Gesamtwertung an.Suzuki TL 1000 RPremiere verschobenAm Samstag abend wurde auf dem Nürburgring die Rennversion der V2-Suzuki TL 1000 R präsentiert. Das Motorrad soll zunächst im Corona-Alstare-Team, das ja eng mit Suzuki Deutschland kooperiert, unter dem früheren Superbike-Vizeweltmeister Stéphane Mertens aus Belgien zur Rennreife gebracht werden und gegen Saisonende die ersten Rennen in Angriff nehmen, entweder in der DM oder der britschen Meisterschaft. Die ursprünglich geplante Premiere bei den Pro Superbike-DM-Rennen am 13./14. Juni in Oschersleben mußte allerdings wieder abgeblasen werden. »Das Motorrad ist außer zu Funktionstest in Japan noch keinen Meter gefahren«, erklärte Suzuki Deutschland-Vertriebschef Bert Poensgen am Ring. Eine zweite TL 1000 R, direkt von Suzuki Deutschland und möglicherweise für Katja Poensgen, wird aber wahrscheinlich nicht vor 1999 rennfertig sein.Peter ÖttlCastrol-Honda?Der zurückgetretene 125er Grand Prix-Star Peter Öttl sah sich am Nürburgring mit dem Angebot konfrontiert, im Castrol-Honda-Team an der Seite des immer noch verletzten Nachwuchsfahrers James Toseland die restlichen sechs Supersport 600-Rennen zu fahren, anstelle des in Monza tödlich verunglückten Michael Paquay. »Honda-Teamchef Neil Tuxworth bat mich, am Mittwoch vor dem Rennen auf dem Ring die CBR 600 zu testen«, so der Bayer, »und schlug mir jetzt vor, quasi in einer Doppelfunktion als Fahrer und Betreuer für Toseland in das Team einzusteigen. Die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Ich muß aber klarstellen, daß dies kein Comeback wäre, sondern eine klar umrissene Sache nur für die restliche Sasion 1998 .In meiner Zukunftsplanung spielt Rennen fahren keine Rolle mehr.« Schon eher wohl das Management eines eventuellen offiziellen deutschen Nachwuchs-Teams. Auch zu diesem Thema hatte Öttl auf dem Nürburgring ausführliche Gespräche mit ADAC-Vertretern geführt.

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