Parc fermé (Archivversion)

Michael Paquay ist totSchockierender UnglücksfallEs war einer von diesen »klassischen Rennunfällen«. Der Belgier Michael Paquay fuhr mit seiner Werks-Honda CBR 600 im freien Training des Supersport 600-Weltcups am Samstagmorgen mit Vollgas, in Monza knapp 280 km/h, in einem Viererpulk auf die Schikane nach Start und Ziel zu und knallte ins Heck der Honda des etwas früh bremsenden Italieners Antonio Calasso. Der 26jährige stürzte und wurde von Honda-France-Fahrer Sebastien Charpentier und dem italienischen Ducati-Fahrer Ferdinando di Maso so unglücklich überfahren, daß er im Krankenhaus von Monza am Nachmittag schweren Kopf- und Brustverletzungen erlag.Michael Paquay war 1993 und 1995 Supersport 600-Europameister. Sein von der Katastrophe paralysiertes Castrol-Honda-Team hatte zu allem Überfluß auch schwere Verletzungen beim 17jährigen James Toseland zu beklagen. Der britische Shootingstar stürzte am Freitag und brach sich beide Beine.Supersport 600-WeltcupLokale HeldenÜberschattet vom Todessturz von Michael Paquay startete das Supersport 600-Rennen von Monza, entwickelte sich dennoch zu einer der spannendsten Läufe der Saison - und zur Stadtmeisterschaft von Monza. Mit Altmeister Fabrizio Pirovano auf der Corona-Alstare-Suzuki, seinem Cousin Massimo Meregalli und dessen Teamkollegen Vittoriano Guareschi auf den Belgarda-Yamaha standen gleich drei Einheimische auf vorderen Startplätzen. In einem begeisternden 16 Runden-Rennen gelang es nur dem von der Pole Position gestarteten Ducati-Werksfahrer Cristiano Migliorasti, die Phalanx der Home Boys zu brechen. Er konnte das Yamaha-Duo Guareschi und Meregalli auf die Plätze drei und vier verdrängen. Kein Kraut gewachsen aber war gegen den kleinen, großen alten Mann. Der 38jährige Fabrizio Pirovano holte in Monza, wo er zu Beginn der 90er Jahre in der Superbike-WM zwei Jahre lang unschlagbar war, den ersten Supersport-Weltcup-Sieg für Suzuki. Titelverteidiger Paolo Casoli wurde hinter dem niederländischen Yamaha-Fahrer Wilco Zeelenberg unauffällig Fünfter.Der deutsche Vizemeister Harald Steinbauer erreichte Rang zwölf, während sein Kawasaki-Kollege Thomas Körner als 17. knapp an den Punkterängen scheiterte. Kawasaki-Junior Stefan Nebel wurde in der allerersten Kurve schuldlos in einen Massensturz verwickelt.Supermono-EuropacupKatja, Katja, KatjaDer Name Poensgen war für den euphorischen Streckensprecher in Monza nicht auszusprechen. So hörten die verbliebenen Zuschauer im Lauf des Supermono-Rennens eigentlich immer wieder nur ein Wort. »Katja, Katja, Katja« hallte es in Überschall-Lautstärke in den königlichen Park. Und nicht zu Unrecht. Katja Poensgen dominierte mit ihrer BMR-Suzuki das magere Feld der Einzylinder-Renner und siegte mit über fünf Sekunden Vorsprung vor den Briten James Barton und Steve Ruth.

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