Parc fermé (Archivversion)

Urwald in FlammenSmog-AlarmGewaltige, in drei Monaten Dauer völlig außer Kontrolle geratene Brände in den Urwäldern Indonesiens sorgten in Südostasien für eine Smogglocke von der Größe Europas. Auf Sumatra stürzte ein Airbus wegen der Rauchwolken ab, vor der Küste Malaysias kollidierten zwei Schiffe, in Singapur und Kuala Lumpur wagten sich die Menschen nur noch mit Atemschutzmasken ins Freie. Offiziell werden Bauern für den Öko-Frevel verantwortlich gemacht. In Wirklichkeit stecken 18 riesige Holzwerke dahinter, die unter dem Schutz des korrupten Suharto-Regimes ihr Massaker an den letzten Regenwäldern beschleunigen.Capirossis DesasterSchlimmergeht´s nimmerLoris Capirossi brach sich bei einem Trainingssturz in Phillip Island den rechten Knöchel und setzte einen zornigen Schlußstrich unter seine erste Aprilia-Saison bei den 250ern. »Es war das schlimmste Jahr meiner Karriere. Mein Motorrad war nie so schnell wie das von Tetsuya Harada. Ich konnte keine der anderen Werksmaschinen überholen. Eine solche Saison werde ich mir nicht mehr antun. Wenn Aprilia mir kein konkurrenzfähiges Material und ein anderes Team gibt, bleibe ich lieber zu Hause«, wetterte der Italiener. »Jetzt verstehe ich, was Max Biaggi alles über Aprilia gesagt hat, und ich bin absolut mit ihm einig. Ich hoffe, der WM-Titel bleibt in Italien«, hielt er nicht seinem Team, sondern dem Erzfeind die Stange.Taylors BodyguardsAngst vorGobertDer von Suzuki wegen Marihuanakonsum verstoßene Anthony Gobert hat längst wieder Oberwasser. Nachdem der Weltverband FIM ihn bei einem zweiten Drogentest rehabilitierte, genießt das Enfant terrible die Wahl zwischen vier verschiedenen Superbike-Teams für 1998. Gobert verzichtete auf persönliches Erscheinen in Phillip Island, kündete aber launig die Vertretung durch einige gute Freunde an, um die Suzuki-Box niederzubrennen. Suzuki-Teammanager Garry Taylor wagte sich daraufhin nur noch in Begleitung dreier muskelbepackter Bodyguards ins Fahrerlager.Yamaha-TeamsKein Jobfür LucaLuca Cadalora war 1997 zwar der beste 500er Yamaha-Pilot auf der Strecke, blieb aber in allen Vertragsangelegenheiten glücklos. In Indonesien traf er absichtlich mit Verspätung ein und stieg wutschnaubend auf seine Red Bull-Yamaha, weil mal wieder eine seiner Gehaltsraten auf dem Bankkonto fehlte. Wegen seiner Millionengage fehlt auch Cadaloras Name auf den Gehaltlisten für 1998: Red Bull-Yamaha nahm den Kawasaki-Superbike-Piloten Simon Crafar und den Franzosen Regis Laconi unter Vertrag, Wayne Rainey macht auf Befehl von Yamaha mit Norifumi Abe weiter und einigte sich außerdem mit Jean-Michel Bayle.Kenny´s PläneNeuerMotor»Wenn ich bis Ende Oktober keine Zusage habe, gehe ich Golf spielen«, setzte Kenny Roberts die Frist für Hauptsponsor Marlboro und andere mögliche Co-Sponsoren wie die malaysische Mineralölfirma Petronas, um ein neues Budget für das Modenas-Projekt zu bewilligen. Falls die Millionen so sprudeln wie erwartet, wird Luca Cadalora neuer Teamkollege von Kenny Roberts junior, außerdem wird der Dreizylinder-Motor gründlich renoviert: Die Kurbelwelle erhält ein Mittenlager, gegen die Killervibrationen wird eine Ausgleichswelle installiert.Beattie gefeuertAoki undFujiwaraSuzuki-Star Daryl Beattie nahm in Indonesien ein sprödes Fax in Empfang, seine Dienste seien 1998 nicht mehr erwünscht. In Australien trat er offiziell wegen einer Virusinfektion, inoffiziell wegen eines Katers gar nicht mehr an. Im neuen Team gibt es nur noch japanische Piloten: Neben Nobuatsu Aoki erhielt Test-Pilot Katsunori Fujiwara, der den Japan-GP 1996 kurz anführte, einen Grand Prix-Vertrag.

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