Parc fermé (Archivversion)

250er TestsSteigt Raudies um?Aufgebaut vom japanischen »Endurance«-Team, einer noch größeren und erfolgreicheren Firma als der im GP-Zirkus für seine Kits bekannte Hersteller Technical Sports, sorgte ein Prototyp namens Honda NER 250 in Brünn für Interesse. Neben Kurtis Roberts, Takeshi Tsujimura, Masao Azuma, Luca Boscoscuro und Haruchika Aoki nutzte auch 125er Ex-Weltmeister Dirk Raudies den Montag nach dem GP zu einer ersten Fahrprobe auf der 110000 Mark teuren, mit einem NSR-Rahmen und einem Produktionsmotor mit Spezialkit aufgebauten Maschine. »Über das Motorrad kann ich nicht viel sagen, denn die hatten eine Monsterdüse reingeschraubt, damit der Motor ja nicht kaputtgeht«, erklärte Raudies. »Doch ich stellte fest, daß mir eine 250er liegen würde.« Der Biberacher, der nur um gut eine Sekunde unter der Zeit von Tsujimura blieb, sieht den Aufstieg in die 250er Klasse als letzten Rettungsanker vor dem drohenden Rücktritt: »Bei den 250ern bekomme ich vielleicht einen Startplatz, bei den 125ern mit meinem Bastelmotorrad sicher keinen mehr.« Neues Team?Biaggi undBriatoreBenetton-Teamchef Flavio Briatore bläst derzeit sowohl mit seinem Rennstall als auch mit der zunächst geplanten und dann doch gescheiterten Amtsnachfolge des alternden Formel 1-Chefs Bernie Ecclestone der Wind ins Gesicht. Das nutzte Max Biaggi, um Briatore in dessen Ferienresidenz auf Sardinien eine ganz andere Idee nahezubringen: Als Chef eines Motorrad-Halbliter-Teams mit Biaggi als Fahrer, Erv Kanemoto als Technischem Leiter, Honda-Werksmaschinen und Tabakkonzern Philip Morris als Hauptsponsor aufzutreten. Kaum hatte der Geldgeber Gefallen an dieser Idee gefunden, erschreckte Biaggi die Marlboro-Männer mit einem Vorstoß in Richtung von Sito Pons, der für sein spanisches Honda-Team fahrerische Verstärkung braucht. Diese Variante ist allerdings unwahrscheinlich, weil Marlboro in Spanien bereits Alex Crivillé unterstützt und sich keine hauseigene Konkurrenz aufbauen will. Dritte Möglichkeit ist der Modenas-Rennstall von Kenny Roberts, den Biaggi bei einem Besuch im britischen Banbury eingehend unter die Lupe nahm. Roberts´ Interesse an dem »lunatic«, dem Verrückten, ist hauptsächlich finanzieller Natur: Sein derzeitiger Fahrer Jean-Michel Bayle wird als heißer Kandidat fürs Yamaha-Team von Wayne Rainey gehandelt und würde etliche Marlboro-Millionen mitnehmen. Roberts´ Chancen, sein Budget zu verteidigen, sind deshalb derzeit eher gering. Kalender 1998GP in Oschersleben?In Brünn sickerten erste Informationen über den GP-Kalender 1998 durch. Carmelo Ezpeleta, Chef des WM-Vermarkters Dorna, plant einen früheren Start und ein späteres Ende, um im Juliwährend der Fußball-WM in Frankreich sowie im August eine schöpferische Pause einlegen zu können. Vorgesehen ist ein Saisonauftakt ab 28. März in Malaysia, Indonesien und Japan. Über den Österreich-Grand Prix wird derzeit erbittert verhandelt, als Alternative zum A 1-Ring bugsierte die Dorna für die Überseetour zum Saisonende im Oktober neben Brasilien und Australien den Schauplatz Argentinien ins Programm. Für den Deutschland-GP steht statt dem Nürburgring schon mal vorsorglich Oschersleben im Kalender.Dreizylinder-ADMDebütgeplatztDer Schweizer Gespannkonstrukteur Charles auf der Maur, zu Saisonbeginn mit einer neuen ADM-Solomaschine bei der Teamvereinigung IRTA abgeblitzt, wollte den spanischen Wild Card-Fahrer Ruben Xaus beim Catalunya-Grand Prix Mitte September mit dem aus einem amputierten Gespannmotor und einem Harris-Fahrwerk zusammengesetzten Reihen-Dreizylinder ins Gefecht schicken und machte sich bereits Hoffnungen auf einen Fix-Start 1998. Doch bei Tests in Barcelona war Xaus um fünf Sekunden langsamer als Honda-Star Carlos Checa, worauf sich auf der Maur die drohende Peinlichkeit ersparte - und die Nennung wieder zurückzog.

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