Parc fermé (Archivversion)

PolizeifalleStraftäterDoohan500er Weltmeister Michael Doohan und Suzuki-Star Daryl Beattie hatten nach dem Training Lust zum Weiterfahren und schwangen sich für eine Runde über die Nordschleife auf ihre Fahrerlagerroller. Als Beattie eine Polizeistreife ausmachte, drehte er sofort um. Doohan fuhr hingegen weiter und wurde verhaftet, weil er keinen Helm und der Scooter kein Nummernschild hatte. Der Gesetzeshüter redete von »Straftat« und davon, »vor deutschem Recht seien alle gleich«. Erst auf dem Polizeirevier hatte man etwas mehr Humor - und ließ Doohan auf Vermittlung des zufälligen Augenzeugen Dirk Raudies wieder laufen.Stefan PreinKuckucks-UhrWährend des 125er Abschlußtrainings am Samstag nachmittag tauchte bei Docshop-Pressemann Stefan Prein ein Gerichtsvollzieher auf. Wegen privater Verbindlichkeiten gegenüber einem früheren Sponsor, dem Unternehmer Burkhard Stahl, mußte sich Prein von seiner kostbaren Schweizer Armbanduhr trennen und sich für den Rest des Wochenendes spöttische Fragen nach der Uhrzeit anhören. Gegen den möglichen Einspruch, ein Zeitmesser sei ein elementares und beruflich unverzichtbares Accessoire, hatte Stahl vorgesorgt - und eine Billiguhr zum Tausch dabei. Auch Preins Firma steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Der Redaktion ist der Fall eines Kunden bekannt, der Anfang November 1996 bei der Stefan Prein Kraftfahrzeuge GmbH in Wuppertal ein neues Motorrad bestellt und seine gebrauchte Maschine in Zahlung gegeben hatte. Da das bestellte Motorrad nicht innerhalb der zugesagten Frist von sechs Wochen geliefert wurde, stornierte der Kunde nach mehreren Anmahnungen den Kauf Ende Januar 1997 und wollte seine Anzahlung zurück. Vergebens, denn seine gebrauchte Maschine war inzwischen verkauft worden, und für Gerichtsvollzieher ist bei Preins Firma nichts zu holen. Der Kunde und andere Gläubiger warten noch heute auf ihr Geld. McCarthy für CorserFuchs bleibtelf treuelf-Pilot Jürgen Fuchs hatte im ersten Training einen Highsider, schlug »einen dreifachen Salto Mortale« und grub sich im Kiesbett ein. Trotz schwerer Prellungen kämpfte sich Fuchs im Rennen auf Rang 13, außerdem wies er Gerüchte über einen bevorstehenden Wechsel zu Yamaha zurück und gelobte Treue zum Team und zu Teambesitzer Michel Métraux. Auch Red Bull-Teammanager Peter Clifford hat an einem guten Verhältnis zu dem Präsidenten der Teamvereinigung IRTA mehr Interesse als am Tauziehen um den Halbliter-Neuling. Statt Fuchs wurde deshalb Cliffords Privatfahrer Kirk McCarthy als offizieller Ersatzfahrer des ausgeschiedenen Troy Corser nominiert. McCarthy fährt zwar weiter auf seiner gewohnten ROC-Yamaha und in den alten Farben, tritt aber offiziell unter der Red Bull-Teambewerbung auf.GespanneHeukerothhilftIm von Existenzkrisen geschüttelten Gespann-Fahrerlager herrscht derzeit vorsichtiger Optimismus. »Es wird top weitergehen. Wir werden länger überleben als manche Soloklasse. Denn 500 cm3 haben wir auch«, meinte Exweltmeister Rolf Steinhausen kämpferisch. Denn nun will der vielseitige Ingenieur Gerhard Heukeroth aus Linsengericht mit neuen Vermarktungsstrategien auftrumpfen. Eine der Ideen ist, künftig auch strikt reglementierte 1100 cm3-Viertaktmotoren zuzulassen, um Kosten und technischen Aufwand zu senken.

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