Parc fermé (Archivversion)

Hockenheim-ReifenSchwarzes GoldAuch die Reifenindustrie macht für das Rennen in Hockenheim spezielle Hausaufgaben. Dunlop-Renndienstleiter Reinhard Berier: »Wir fahren in diesem Jahr hier erstmals Reifenmischungen, die nicht härter sind als auf anderen Strecken, allerdings auf grundsätzlich anderem Unterbau. Damit wächst der Reifen unter Last weniger und läuft kühler. Diese Reifen sind nur sinnvoll in Hockenheim und Monza. Auf anderen Strecken erreichen sie nicht die notwendigen Temperaturen.«Superbike-EMGeisterfahrerDas Wort Schattendasein wärer eine glatte Übertreibung für die Superbike-EM. Ein quantitativ wie qualitativ dünnes Fahrerfeld, das innerhalb der WM-Rennen startet, halten die Serie bedeutungslos. Aber in Hockenheim gab es wenigstens einen zweifachen deutschen Erfolg. Udo Mark auf Suzuki wurde mit Platz 15 in beiden Rennen Sieger der EM-Wertung; Anton Gruschka, der ernsthaft um den Titel fährt, übernahm als 18. und 17. mit zwei zweiten EM-Rängen die Tabellenführung.Supersport 600-WeltcupRenaissanceMit dem Sieg nach begeisternder Windschattenschlacht übernahm der zweifache Ex-Europameister Michael Paquay aus Belgien auf Honda auch die Weltcup-Gesamtführung. Wieder gebeutelt dagegen wurde Titelverteidiger Fabrizio Pirovano. Der noch punktelose Ducati-Werksfahrer donnerte in der letzten Runde in den Notausgang der Motodrom-Eingangskurve und mußte zuschauen, wie sein Teamkollege Stéphane Chambon hinter Paolo Casoli, ebenfalls auf Ducati, Dritter wurde. Pirovano hatte sich aber nicht verbremst, sondern rettete sich mit Motorschaden gerade noch als Elfter hinter dem deutschen Thomas Körner ins Ziel.Supersport-600-EMRain ManDurch das fast komplett antretende DM-Startfeld wurde das Supersport-EM-Rennen erstmals vom Ruf der Farce befreit. Und es war auch das verrückteste Rennen des Tages. Unmittelbar nach dem Start begann es zu regnen. Und es schlug die Stunde von MOTORRAD-Redakteur Gerhard Lindner. Mit weit über 20 Sekunden Vorsprung ging der Yamaha-Laaks-Fahrer übers Wasser. Auf abtrocknender Bahn aber stürmte Ex-Europameister Stefan Scheschowitsch heran und schlug Lindner im Ziel um zwei Zehntelsekunden.SupermonoEnd-RundeAuch beim Einzylinder-Rennen passierte alles Wesentliche in der letzten Runde. Michael Rudroff verabschiedete sich im Wald mit Motorschaden an der BMR-Suzuki aus dem Fünfer-Windschattenzug an der Spitze, und in der Sachskurve ging die MuZ-Stallregie nur bedingt auf. Elli Bindrum bremste sehr früh, um ihrem in der Gesamtwertung besser plazierten Teamkollegen André Friedrich den zweiten Rang hinter Sieger Makoto Suzuki auf Over-Yamaha zu überlassen. Dies klappte auch. Aber Ex-Moto Crosser Valter Bartolini auf Rang vier witterte dadurch noch die Chance auf Rang drei. Der Italiener bremste jenseits von Gut und Böse, stürzte und nahm die arme Elli gleich mit ins Kiesbett. Den dritten Rang erbte ein verduzter Steve Ruth auf Yamaha.

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