Parc fermé (Archivversion)

Checas PechFeuer unterm DachNach dem Waterloo beim Heim-Grand Prix in Spanien verpaßten die MoviStar-Honda-Piloten auch in Italien einträchtig das Ziel. Alberto Puig fuhr an die Box und redete von Konzentrationsstörungen, Carlos Checa stürzte wie in Jerez übers Vorderrad, worauf Teamchef Sito Pons Fraktur redete und »drastische Änderungen« ankündigte. Checa hatte das Feuer freilich schon während des Rennens unterm Dach: Wegen eins Kurzschlusses brannte die Inneneinrichtung seines Motorhomes vollständig aus.Cadaloras SponsorBulle stattPferdStatt dem Schriftzug des Energy Drinks »Power Horse« schmückt nun ausgerechnet der Stier des Konkurrenzunternehmens »Red Bull« die Yamahas von Luca Cadalora und Troy Corser - ein weiterer Tiefschlag für den als Teambesitzer gescheiterten Österreicher Alfred Inzinger, der »Red Bull« sowohl im Markt als auch im Sport den Krieg erklärt hatte. Allerdings sind die Vertragsangelegenheiten auch mit dem neuen Sponsor und Inzingers Nachfolger Bob MacLean noch längst nicht geklärt. Bis zum Mugello-Rennen leistete Yamaha eine Garantie für die Fahrergagen, ab jetzt muß definitv neu verhandelt werden. »Ich mache mir keine Sorgen. Ich bin sicher, daß wir eine Lösung finden werden«, hatte Cadalora nach seinem zweiten Platz im Rennen gut lachen. Weniger glatt geht Inzingers Nachlaßverwaltung über die Bühne. Weil MacLeans Team Inzingers Truck nicht zum geforderten Preis übernehmen wollte und mit einem eigenen Laster anrückte, versuchte Inzinger seine Nachfolger zu blockieren und auf seinen juristisch immer noch gültigen Vertrag mit der Teamvereinigung IRTA zu beharren. Am Freitag wurden Cadalora und Corser noch formal korrekz unter dem Team Promotor geführt, erst Inzingers Nichterscheinen in Mugello gab der IRTA die nötige Munition, den Wechsel auch ohne dessen Zustimmung zu vollziehen. Inzingers Truck steht derweil bei Tino Villa in Italien geparkt - bis Inzinger seine Restschulden bei dem Cheftechniker beglichen hat.Ärger bei elfMetrauxsWild CardMichel Métraux, Finanzier des Schweizer elf-Teams mit rund fünf Millionen Mark pro Jahr, wollte den französischen Journalisten und Supersport-Rennfahrer Bertrand Sebileau im Tausch für eine große Exklusivreportage im Magazin »moto journal« als Wild Card-Fahrer beim französischen Grand Prix einschleusen. Der Widerstand regte sich nicht nur bei der für die Wild Cards zuständigen Teamvereinigung IRTA, sondern auch im eigenen Team. Cheftechniker Urs Wenger, ohnehin mit Arbeit überlastet, fürchtete eine Blamage und drohte, die für Sebileau angesetzten Tests zu boykottieren. Nach einer Krisensitzung wurde Sebileaus Einsatz abgeblasen.ROC außer ModeRun aufHonda-V2Die alten Vierzylinder-ROC-Yamaha geraten angesichts der Honda-V2-Erfolge zunehmend außer Mode und wären wohl schon ausgemustert, wenn Honda für diese Saison nicht bereits ausverkauft wäre. Der Franzose Frederic Protat stieg in Italien auf eine Honda NSR 500 V um, die er vom britischen Padgetts-Team gekauft hatte. Die Engländer hätten die Maschine mehrfach verkaufen können: Ein Tag später rief auch der italienische ROC-Pilot Lucio Pedercini an und erkundete sich nach dem Motorrad.

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