Parc fermé (Archivversion)

Marco LucchinelliPartiesim PubGemeinsam mit den anderen 500-cm³-Exweltmeistern Franco Uncini und Giacomo Agostini machte sich auch Marco Lucchinelli auf seiner alten Square Four-Suzuki auf eine Imola-Ehrenrunde am Sonntag morgen, doch ansonsten ist der Motorradsport endgültig Vergangenheit für den 42jährigen Italiener. Gut drauf ist Lucchinelli trotzdem: Gemeinsam mit Aprilia 500-Star Doriano Romboni betreibt er in Imola den »Pampero Pub«, der das Fahrerlager als beliebtesten Treffpunkt des Rennwochenendes klar in den Schatten stellte. Denn als Stimmungskanone ist Lucchinelli auch heute noch so unschlagbar wie 1981 in der Halbliter-WM. Bei den Live-Auftritten verschiedener Rockbands griff Lucchinelli immer wieder selbst als Sänger zum Mikrofon - und sorgte für wahre Tumulte auf der Tanzfläche.Ärger bei YamahaHaradagefeuertTetsuya Harada rollte in Imola wegen Zündaussetzern an die Box. Nach dem vierten mysteriösen Ausfall in fünf Rennen zog sein Marlboro Yamaha-Team die Notbremse und beschloß, beim Catalunya-Grand Prix in Barcelona den Lokalmatador Sete Gibernau auf die YZR 250 zu setzen. Der tiefe Fall des ehemaligen Weltmeisters begann mit dem Wechsel des Yamaha-Teams von Dunlop zu Michelin. Was gut für die 500er war, entpuppte sich als Desaster bei der 250er.Biaggi pokert weiterDrei BedingungenDas Gerücht, Harada sei für 1997 bereits bei Aprilia unter Vertrag, stimmt bis auf eine Rücktrittsklausel für den Fall, daß Max Biaggi die Nummer eins im Team bleiben sollte. Der Harada-Vorvertrag ist der wichtigste Hebel, den Aprilia im allmählich quälenden Vertragsstreit mit dem 250er Superstar ansetzen kann. »Ich stelle Biaggi für eine Vertragsverlängerung drei Bedingungen: einen Teamkollegen, weniger Geld, als er derzeit fordert, sowie einen Drei-Jahres-Vertrag«, demonstrierte Aprilia-Besitzer Ivano Beggio öffentlich Stärke. Doch Max Biaggi war mit einem Konter schnell zur Hand. »Der einzige Biaggi, der einen solchen Vertrag unterschreiben würde, wäre mein Vater.«Fuchs und WaldiZukunft ungewißTrotz der jüngsten Erfolge ist auch die Zukunft der deutschen 250er Stars immer noch ungewiß. »Ich möchte auf jeden Fall mit meinen Technikern und Teammanager Dieter Stappert weitermachen. Es gibt Möglichkeiten bei Honda, aber auch ein Angebot von Aprilia«, meinte Ralf Waldmann nach dem Imola-Sieg. Neben der bislang erfolglosen Suche nach neuen Geldgebern steht ein Budget von einer Million Mark von Marlboro Deutschland im Raum - viel zu wenig für ein unabhängiges Honda-Team, gerade ausreichend, um Waldi fernab von Deutschland in das italienische Aprilia-Werksteam zu integrieren, was weder in seinem noch in Stapperts Interesse sein kann.Auch die Chancen von Jürgen Fuchs, auf einer Werks-Honda weiterzumachen, stehen derzeit nicht zum besten: Nachdem Dieter Stappert in Japan hintertrieb, Fuchs stehe mit Aprilia Deutschland in Kontakt, wurde der bedauernswerte Bayer kurzerhand von der Liste der Kandidaten für eine Werksmaschine gestrichen.RTM 500Im SchneckentempoDer Italiener Paolo Pileri versuchte sich mit der nach dem italienischen Ingenieur Roberto Torrani benannten RTM 500 an der Qualifikation, wurde nach ein paar Runden im Schneckentempo jedoch schon im ersten freien Training mit der schwarzen Flagge von der Strecke geholt. »Das Ding hat schon als 350er anfangs der 80er Jahre nie funktioniert«, urteilte der Schweizer Ex-GP-Konstrukteur Jörg Möller über die Maschine, die angeblich 150 PS leistet und stolze 182 Kilogramm auf die Waage bringt.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote