Parc fermé (Archivversion)

Ralph BohnhorstKunstfliegerund BruchpilotWeil Markus Schlosser nach einem Dreher mit aufrechtstehendem Gespann den Weg versperrte und Ralph Bohnhorst »diesem Weihnachtsmann« nicht mehr ausweichen konnte, verlor er seinen Beifahrer Eckart Rösinger und damit auch das Rennen. Rösinger sprintete Bohnhorsts Gespann nach seiner Hechtrolle zwar tapfer hinterher, doch der abgebrochene Kotflügel des Seitenwagenrads verhinderte die Weiterfahrt. »Ich entwickle mich mehr und mehr zum Crash-Piloten. Ich sollte Stuntman werden«, meinte Bohni und reiste unverdrossen zu einem Kunstflug-Lehrgang des tschechischen Nationalteams weiter. »Das ist ein größerer Kick als Mopedfahren«, stellte Bohnhorst fest und baut für sein neues Hobby derzeit sogar einen eigenen Tiefdecker des Typs RV 4. »Ein total geiles, gemeines kleines Ding«, strahlte er.Darren DixonDreizylinderstatt DreiradDer Schweizer Konstrukteur Charles Auf der Maur, Motorenlieferant für Darren Dixons Windle-ADM R 4, hat nach dem zweiten WM-Titel kühne Sprüche und kühne Pläne auf Lager. »Swissauto fordert die Japaner heraus, hat aber nicht einmal den Kanton Bern im Griff«, feixte er. Jetzt sucht er das Kräftemessen auch auf zwei Rädern: Er will an seinem Reihenmotor einen Zylinder amputieren und Dixon, der schon früher gelegentliche Solorennen bestritt, mit einer 115 Kilogramm schweren Solo-Dreizylindermaschine in die nächste WM-Saison schicken. »Soll er nur machen. Ich freue mich auf den Moment, in dem er die Einzelteile für seinen Motor nicht mehr bei Honda oder Yamaha im Katalog bestellen kann«, konterte Swissauto-Konstrukteur Urs Wenger.Daryl BeattieComeback inCatalunyaSuzuki-Star Daryl Beattie, seit dem Frankreich-GP wegen einer Schädelfraktur außer Gefecht, plant pünktlich zum Ablauf einer ärztlich empfohlenen Dreimonatsfrist sein Comeback. Direkt nach dem Imola-Grand Prix wird er hochgeheime Tests absolvieren und beim letzten Europa-GP in Barcelona Mitte September wieder ins Rennen gehen. Bis auf anhaltende Beschwerden im genagelten linken Unterarm ist der Australier angeblich wieder fit.Dirk RaudiesVerdachtauf MalariaSeit dem Indonesien-Grand Prix zum Beginn der Saison wurde Dirk Raudies sechsmal von mysteriösen Fieberschüben geschüttelt. Beim letzten Anfall in Brünn kletterte das Thermometer auf 39,7 Grad, Raudies wurde von Grand Prix-Arzt Claudio Costa mit einer Infusion behandelt und hatte trotzdem Gliederschmerzen und Schweißausbrüche, daß man »meine Kleider hätte auswringen können«. Ein paar Tage später begab er sich unter dringendem Malariaverdacht zu einer eingehenden Untersuchung ins Tübinger Tropeninstitut.Rio-GP fixNeue SponsorenWochenlang schien der GP in Rio de Janeiro am 6. Oktober zu wackeln, doch in Brünn gab es grünes Licht von allen Seiten. Fahrersprecher Franco Uncini berichtete nach seiner vorletzten Inspektion, der zwischenzeitlich zu einem Indy-Oval verunstaltete Kurs werde rechtzeitig fertiggestellt, außerdem trieb der umtriebige Promoter Lee van Dam eine Reihe neuer Sponsoren auf. ThunderbikesCostes neuerChampionDer französische Honda-Star William Costes gewann einen dramatischen Fünfkampf mit Stéphane Mertens, Eric Mahé, Yves Briguet und Jeffry de Vries und sicherte sich mit seinem Sieg beim vorletzten Lauf zur Thunderbike-Trophy auch vorzeitig den Meistertitel. Rubatto-Kawasaki-Star Stefan Scheschowitsch plagte sich mit mangelndem Vorderradgrip auf Platz zehn, Teamkollege Enrique de Juan tuckerte mit qualmendem Motor an die Box.

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