Parc fermé (Archivversion)

Präsentation NSR 500 VBattle of the TwinsDie Präsentation der neuen Honda NSR 500 V, die ab sofort bei den Landesimporteuren bestellt werden kann, löste in Assen solche Tumulte aus, daß die Manager der Honda Racing Corporation HRC bei ihren Ansprachen ihr eigenes Wort nicht mehr verstanden. Zum Kampfpreis von 170 000 Mark inklusive Service-Kit bietet der neue Halbliter-Production Racer mit dem V2-Motor nahezu die gleiche Technik wie die Prototypen von Tadayuki Okada und Shinichi Itoh, nur beim Gewicht klafft eine geringe Lücke. Wegen Verwendung billigerer Werkstoffe wiegt der Production Racer insgesamt 109 Kilogramm im Vergleich zu den 103 Kilogramm der reinrassigen Werksmaschine. Mindestens 20 Einheiten des mit Flugbenzin 135 PS und mit der kommenden Bleifrei-Tankstellenbenzin-Norm 125 PS kräftigen Renners sind für den kleinen Markt des GP-Zirkus und der deutschen Meisterschaft angepeilt.Präsident sagt neinKein V2für DoohanDie Idee von Mick Doohan, beim Grand Prix in England auf einer Honda- V2-Maschine anzutreten, stieß bei HRC-Präsident Takashi Shinozaki hingegen auf taube Ohren. »Doohan ist engagiert, um auf der V4-Maschine die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Das hat absolute Priorität«, hielt Shinozaki fest.Tests fürs UGTComebackvon BradlWeil bereits etliche Topfahrer für eine Vierzylinder-NSR 500 Schlange stehen, fragte Shinozaki bei Max Biaggi nach, ob er sich auch einen Einsatz auf der V2-Werks-Honda vorstellen könnte. Während Biaggi rundweg ablehnte, gibt sich nun Helmut Bradl die Ehre: Der 250-cm3-Vizeweltmeister von 1991, der 1995 in der Pro Superbike-Serie für das United Grey-Team von Ralf Schindler an den Start ging, soll nach Saisonende Tests auf der käuflichen Version des V2-Renners absolvieren. Ist er schnell genug, steht einem Grand Prix-Comeback in UGT-Farben nichts im Weg.Angebot an WaldiPrein neuerTeamchef?Noch sensationeller ist ein Transfer, der sich bei Ralf Waldmann anbahnt. Ausgerechnet Stefan Prein, im HB-Team als erfolgloser 250er Nachwuchsstar 1992 und 1993 bei Manager Dieter Stappert in Ungnade gefallen, könnte Stappert nun als Arbeitgeber den Rang ablaufen. Ein gewisser Dr. Armin Wülfer, Yamaha-Cup-Fahrer 1982 und mittlerweile erfolgreicher Importeur des indischen Haarwuchsmittels Saini Herbal, will groß in Preins Docshop-Team investieren. Weil Prein unbedingt einen prominenten deutschen Fahrer braucht, würde er seinen alten Freund Waldi und Cheftechniker Sepp Schlögl am liebsten vom Fleck weg engagieren. »Vom Material her haben wir die freie Auswahl zwischen 250er Werksmaschinen von Honda und Aprilia. Auch ein Einstieg in die Halbliterklasse mit der neuen Honda NSR 500 V ist denkbar. Nur die Traumgage, die Waldi von HB bezieht, können wir nicht weiterbezahlen«, meinte Prein.Neue ExperimenteBilandsBenettonKaum war Rolf Biland von dem irrwitzigen Plan abgerückt, überdimensionierte Formel 3-Reifen von Michelin an seinem Gespann einzusetzen, wagte er sich an das nächste technische Experiment. In 600 Arbeitsstunden kopierten er und seine Mechaniker den Bug des Benetton-Formel 1-Rennwagens und vollendeten ihr Werk am Morgen der Assen-Premiere durchs Anbringen von Haltegriffen für Passagier Kurt Waltisperg. Doch die Konstruktion war ein Flop.

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