Parc fermé (Archivversion)

England-GPTwin für Doohan?Michael Doohan denkt darüber nach, beim Grand Prix England in Donington Park mit der Zweizylinder-Honda NSR 500 V an den Start zu gehen. »Auf der kurvigen Donington-Piste sind ja schon die 250er fast so schnell wie unsere schweren 500er Vierzylinder. Da hätte man mit dem leichten Zweizylinderbike sicher Vorteile«, überlegte der Weltmeister. »Bislang habe ich nur einmal im November fünf Proberunden mit der V2 absolviert, doch vielleicht teste ich den Twin nochmals und setze ihn in in der Donington-Qualifikation parallel zur V4-Maschine ein. Wenn ich dann schneller bin, fahre ich auch das Rennen«.IRTA-Chef MétrauxOdyssee im LuftraumMichel Métraux und Serge Rosset, Präsident und Vizepräsident der Teamvereinigung IRTA, hätten fast ihre eigene Generalversammlung am Donnerstagabend verpaßt. Weil wegen Belagsarbeiten derzeit nur kleinste Sportflieger in Florenz landen können, wurde Privatpilot Métraux mit seiner zweimotorigen King Air-Maschine trotz zunächst erteilter Landegenehmigung zu einer kurzfristigen Kursänderung gezwungen. Doch auch im benachbarten Pisa kam es nicht zum Landeanflug: Weil der dortige Militärflughafen 24 Stunden Voranmeldung verlangt, wurde der Schweizer nach Bologna weitergeschickt. Nur dank Renntempo im Mietauto konnte die Verspätung auf eine Viertelstunde begrenzt werden.IRTA-VersammlungEinig, aber nicht starkBei der Mitgliederversammlung zählte Métraux die beträchtlichen Leistungen der IRTA auf, die mit der Machtübernahme von Bernie Ecclestone und dem Comeback des internationalen Motorradverbandes FIM ab 1997 auf dem Spiel stehen - von den kräftig gestiegenen Preisgeldern über die reibungslose Fahrerlager-Organisation bis zu Fahrerauswahl und Entscheidungsgewalt bei sportlichen und technischen Regeln. Die überwältigende Mehrheit der IRTA-Mitglieder stimmte deshalb dafür, zu retten, was zu retten ist und bei der von Bernie Ecclestone regierten TV-Agentur DORNA Verhandlungsspielräume auszuloten. Weil die IRTA-Hardliner Métraux und Rosset dafür nicht mehr in Frage kommen, sollen nun Fortuna-Honda-Teamchef Sito Pons und Aprilia-Teamdirektor Carlo Pernat die Mission übernehmen.Ärger bei SuzukiZuviele FahrerVier Test- und Renneinsätze hatte Scott Russell in seiner kurzen Ära als Suzuki-Werksfahrer bereits unentschuldigt geschwänzt. Als am Donnerstag vor Trainingsbeginn wieder jede Spur von dem US-Amerikaner fehlte, ließ Teamchef Garry Taylor kurzerhand den Engländer Terry Rymer als Ersatz einfliegen. Am Freitagmittag, nach dem ersten freien Training, war dann plötzlich ein Suzuki-Reiter zuviel im Fahrerlager. Russell war doch noch eingetroffen und schaute am Renn-Sonntag vom Streckenrand zu, wie seine Suzuki unter Rymer mit Kolbenklemmer im Kies steckenblieb. Nicht etwa die drei Wochen zuvor gebrochenen Zehen, sondern ein handfester Familienstreit war die Ursache von Scotties Verspätung gewesen. Freundin T.Jaye zog mitsamt dem gemeinsamen, vier Wochen alten Baby aus.ThunderbikesScheschos SchadenIm Rennen der Thunderbikes fiel Stefan Scheschowitsch wegen Motorschadens an der Rubatto-Kawasaki aus. »Der Motor lief schon am Start zäh, später setzten auf der Zielgeraden plötzlich zwei Zylinder aus«, meinte Schescho. Sieger wurde der italienische Wild Card-Fahrer Massimo Meregalli auf einer Werks-Yamaha vor William Costes und Yves Briguet, beide auf Honda.

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