Parc ferme (Archivversion)

Neuer VertragPernatsPokerAprilia-Teamdirektor Carlo Pernat küßte Tetsuya Harada auf dem Podest liebevoll ab, denn der erste 250er Saisonsieg kam genau zu rechten Zeit: Pernat verhandelt wegen einer Vertragsverlängerung mit Aprilia und muß die Angelegenheit noch vor dem Assen-GP zum Abschluß bringen. Sonst droht ihm der Verlust seines Jobs: Der 15fache Weltmeister Giacomo Agostini, der sich in Frankreich auffallend intensiv mit den einzelnen Aprilia-Teams beschäftigte, sitzt angeblich als möglicher Nachfolger in den Startlöchern.Waldis VersöhnungKeinTheaterRalf Waldmann reichte seinem Zeltweg-Kontrahenten Olivier Jacque in Le Castellet die Hand zur Versöhnung, doch besonders innig war die Verbrüderungsszene nicht. »Ich bin nach wie vor der Ansicht, daß seine Schlußattacke ein Grenzfall war. Er war viel zu spät auf der Bremse. Ein Auto hätte untersteuert und sich geradeaus in die Wiese gebohrt. So aber war ein Waldmann da, an den er sich anlehnen konnte«, beharrte der WM-Herausforderer. »Doch ich will kein Theater haben und keine Fehde schüren, deshalb bin ich zu ihm hingegangen.« Zu den Fans sprach sich das offensichtlich nicht durch. »Ich bin übel beschimpft und mit allen möglichen Gegenständen beworfen worden. Wenn kein Zaun zwischen uns gewesen wäre, hätten sie mich ermordet!«Raudies ohne SardaKopf freiAus Enttäuschung über den bislang tristen Saisonverlauf warf der Spanier Josep Sarda als Teamkollege von Dirk Raudies das Handtuch und macht künftig mit einer Standard-Honda und einem spanischen Mechaniker allein weiter. »Ich habe den Mehraufwand für einen zweiten Fahrer unterschätzt, außerdem haben uns die ständigen Defekte mit den Swissauto-Teilen zurückgeworfen«, räumt Raudies ein. »Doch wir haben uns in gutem Einvernehmen getrennt. Ich bin froh, daß die Sache vorbei ist. Jetzt habe ich den Kopf hoffentlich wieder fürs Fahren frei.«Berater MackenzieTips für TroyDer schottische Ex-GP-Star Niall Mackenzie kam auf Einladung des Red Bull-Yamaha-Teams nach Frankreich und soll den bislang völlig überforderten Superbike-Champion Troy Corser auf Trab bringen. »Bislang schaue ich nur zu. Doch bei den nächsten Tests in Barcelona werde ich ihm die ersten Tips geben und schauen, ob ich ihm helfen kann«, meinte Mackenzie.Sturzopfer LaconiWieder wachRegis Laconi, beim Österreich-Grand Prix schwer verunglückter französischer Honda V2-Pilot, erwachte vor dem Frankreich-GP aus seinem künstlichen Koma und plant bereits sein Comeback. Nach dem spektakulären Crash mit Frederic Protat und Jürgen van den Goorbergh hatten die Ärzte einen Leberriß, acht gebrochene Rippen, schwere Brustkorb-Prellungen, eine Lungenquetschung und etliche gebrochene Wirbelfortsätze entdeckt.Ab 1998BenzinbleifreiDie internationale Motorradsportföderation FIM machte es amtlich: Wie bei den nationalen Meisterschaften wird ab 1998 auch bei den Grand Prix die Verwendung von bleifreiem Benzin zur Vorschrift. »Ich rechne mit einem Leistungsverlust von durchschnittlich fünf Prozent. Und mit höheren Kosten, weil sich Mineralölfirmen wie elf die Entwicklung neuer Additive teuer bezahlen lassen«, kalkuliert Österreichs Motoren-Spezialist Harald Bartol. »Außedem wird die Kluft zwischen den Teams größer. Honda hat die Bleifrei-Technologie in der japanischen Meisterschaft beispielsweise bereits jetzt perfekt im Griff. Hersteller wie Aprilia, die ihre Leistung über hohe Drehzahlen, kurze Auspuffsysteme und eine hohe Verdichtung holen, werden hingegen Probleme mit Detonationen bekommen und zurückfallen.“

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote