Parc ferme (Archivversion)

Neue Suzuki-MotorenNachrüstungSuzuki hat auf die auch in den ersten Rennen dieses Jahres eher bescheidenen Resultate in der Superbike-WM reagiert. Zur nächsten Veranstaltung, dem deutschen WM-Gastspiel in Hockenheim am 8. Juni, treten die Weißblauen mit stark überarbeiteten Triebwerken an. Der Nockenwelllenantrieb wurde von herkömmlichen Steuerketten auf Stirnräder umgestellt. Aufgrund der wesentlich geringeren Übertragungsverluste rechnen die Suzuki-Techniker mit rund fünf PS Mehrleistung, »aber konstant über die gesamte Leistungskurve«, wie Suzuki-Deutschland-Verkaufsleiter Bert Poensgen erklärte.Chaotisches Einschreibungssystem vom TischOpen HouseDie für 1997 eingeführte, für die gesamte Saison verpflichtende Einschreibung der Teams und Fahrer für die Superbike-WM - ähnlich wie im Grand Prix - erweist sich als der erwartete Flop. Hatten beim Auftakt in Phillip Island noch zahlreiche australische Wild Card-Fahrer die Situation einigermaßen gerettet, war beim Europa-Auftakt in Misano im April der Tiefpunkt erreicht. Ab Platz zwölf bot die noch 1996 hochgradig spektakuläre Superbike-WM ein jämmerliches Bild. Immerhin reagierten die Verantwortlichen, wenn auch auf sehr italienische Art. Kawasaki Deutschland-Fahrer Jochen Schmid etwa, der in Donington wegen Nachwirkungen seines Sturzes in Zweibrücken nicht antreten konnte, wurde einfach von Flammini, quasi von Amts wegen, eingeschrieben. Dem ebenfalls noch verletzten Suzuki-Deutschland-Fahrer Udo Mark sicherten die Flammini-Leute eine permantente Wild Card für alle Veranstaltungen zu.Für das Rennen in Donington schließlich machten die Italiener den einzig richtigen dritten Schritt. Um die Attraktivität zu steigern, gilt jeder Teilnehmer eines Rennens als WM-Fahrer.Ideen aus dem HintergrundNeue WegeEigentlich nur zum Wochenend-Zeitvertreib war Daniele Audetto in Donington. Der heutige Teammanager des Arrows-Yamaha Formel 1-Teams war 1995 bei Flammini verantwortlicher Direktor der Superbike-WM und mit seiner intelligenten und professionellen Arbeitsweise mitverantwortlich für den auch 1996 noch anhaltenden Boom der Serie. Vor allem aber läßt ihn die Zukunft »seines Babys« heute noch nicht kalt. »Für mich ist die Superbike-WM vom Spektakel her weiterhin die beste Rennserie der Welt«, überrascht Audetto, »Motorrad-Grand Prix-Rennen sind nicht spannendere Rennen als bei uns in der Formel 1, da überholt ja keiner mehr, da ist die Action fast nur noch in den Boxen.«Trotz allen Schwärmens aber behält Audetto die Realität im Blick: »Der Abstand zwischen den Top-Werks-Teams und den Privaten ist zu groß geworden. Man müßte jetzt eingreifen und den Herstellern vorschreiben, jeweils mindestens 20 identische Rennmaschinen zu bauen. Abzüglich der vom Werk selbst benötigten bliebe noch ein rundes Dutzend für engagierte Privatteams.«Jamie Whitham als MusikerRock HardSuzuki-Werksfahrer Jamie Whitham, Ende 1996 von einem Krebsleiden wieder vollständig genesen, sprüht längst wieder vor Lebensfreude. Denn zusätzlich zu seinem immer sehr aufsehenerregenden Fahrstil trat der Brite in Donington auch noch auf der Bühne auf. Im der Rennbahn unmittelbar benachbarten Donington Park Exhibition Centre gab er mit seiner Band ein umjubeltes Rockkonzert.

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