Parc ferme (Archivversion)

Tristes ComebackBeattiean die BoxNach 14 Wochen Pause wegen eines Schädelbruchs wagte Daryl Beattie sein Comeback, war aber trotz Eingewöhnungs-Tests in Mugello und wissenschaftlich überwachtem Fitneßtraining außer Form. Sein beim Sturz in Le Castellet gebrochener und von den französischen Ärzten genagelter linker Unterarm war rätselhafterweise immer noch kraftlos. Trotz etlicher Fahrwerksumbauten, die die in Montmeló besonders störrische Suzuki gefügiger machen sollten, qualifizierte sich Beattie nur als 15. Auch im Rennen fuhr er wie ein Schluck Wasser um die Kurven und tuckerte zu Rennmitte aus 17. Position zur Box. »Meine Zehen am linken Fuß zu verlieren war schlimm«, spielte Beattie auf seinen schweren Unfall von 1994 an. »Doch ich hätte lieber die Zehen am rechten Fuß hergegeben, als wochenlang jeden Morgen benommen und schwindlig aufzuwachen und nicht zu wissen, wie es weitergeht - es war deprimierend.«Scott RussellVertragmit elf?Beatties Teamkollege Scott Russell kam auch nicht über Rang elf hinaus, doch ist der Amerikaner weniger wegen der Handlingsprobleme mit der Suzuki als wegen des frostigen Arbeitsklimas frustriert. Seit er zu Saisonbeginn ein paar Einsätze des Teams platzen ließ, ist Russell teamintern isoliert und bei Teammanager Garry Taylor unten durch. Trotz steigender Erfolgskurve zeigt Taylor kein Interesse, eine bis Ende September laufende Option wahrzunehmen und Russell zu halten. Deshalb sucht Russell einen neuen Job. Weil er nicht in die Superbike-WM zurück will, schlug er eine Ein-Million-Dollar-Offerte von Castrol Honda aus, brachte dafür aber seinen Anwalt Alan Miller mit, um Vertragsverhandlungen mit dem elf 500-Team von Michel Métraux zu führen. »Dort zu fahren wäre bestimmt ein Spaß. Schnell genug ist das Bike - und schlechter als das Suzuki-Fahrwerk ist das ROC-Chassis sicher nicht«, grinste Russell.Kenny RobertsGoodbye,YamahaAm Rande der Montmeló-Rennstrecke stampfte Kenny Roberts seine Trainings-Ranch aus dem Boden und feierte mit dem »Dirt Track USA« im Abendprogramm des Grand Prix einen großartigen Erfolg. Jetzt sattelt der Cowboy auch im GP-Geschäft ein neues Pferd. Die Trennung von Yamaha ist definitiv. Erstmals gab der amerikanische Teamchef den Bau eines eigenen Dreizylindermotorrads unumwunden zu, das mit mehr PS als die V2-Modelle von Honda und Aprilia, aber mit 15 Kilogramm weniger Gewicht als die V4-Brocken auf vielen Strecken zum Joker werden soll. Kenny Roberts junior und Jean-Michel Bayle sind die designierten Fahrer, allerdings hat Bayle, der ein erhebliches Teilbudget von Marlboro mitbringt, eine Rückzugsklausel im Vertrag, falls sich die Maschine als Flop entpuppt. Unbestätigt blieben Gerüchte, wonach Aprilia-Ingenieur Jan Witteveen maßgeblich an dem Projekt beteiligt sein soll. Undenkbar ist eine solche Zusammenarbeit nicht: Das Aprilia 250-Team wird im nächsten Jahr ebenfalls von Marlboro finanziert, außerdem ließ Witteveen verlauten, 1997 den erfolglosen V2 einzumotten und durch einen V3 oder V4 zu ersetzen.Pech beim EinstandDie Kettevon SeteTetsuya Harada wurde im Yamaha 250-Team von Wayne Rainey nicht nur vorläufig ersetzt, sondern endgültig gefeuert. In einer Pressekonferenz feuerte Rainey etliche Breitseiten auf den einstigen Superstar und warf ihm vor, das Gas bei etlichen Rennen bewußt zurückgedreht zu haben. Der Spanier Sete Gibernau fährt die YZR 250 nun auch in Brasilien und Australien, hatte aber beim Einstand in Barcelona Pech: Sowohl im Abschlußtraining als auch nach der ersten Rennrunde sprang die Antriebskette ab.Hondas Halbliterbilanz100 SiegeCarlos Checa bescherte Honda den 100. Halblitersieg der GP-Geschichte. Spitzenreiter der Hitliste ist Mick Doohan mit 33 Honda-Siegen, gefolgt von Freddie Spencer (20), Wayne Gardner (18), Mike Hailwood (8), Randy Mamola, Eddie Lawson und Alex Crivillé (je 4), Luca Cadalora und Jim Redman (je 2) sowie Daryl Beattie, Pierfrancesco Chili, Takazumi Katayama, Alberto Puig und Checa (je 1).

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